Terrorgruppen haben in Burkina Faso mehr als zwei Millionen Menschen in die Flucht getrieben. Um die Rekrutierung neuer Anhänger zu verhindern, darf ein bekannter Prediger nicht mehr in Moscheen auftreten.
Der Rat für islamische Angelegenheiten hat in Burkina Faso einem Imam ein Predigtverbot erteilt. Der nichtstaatliche Zusammenschluss wirf ihm vor, in Moscheen regelmäßig "radikale und unangemessene Predigten" zu halten, berichtete der französische Sender RFI am Samstag. Mit der für Burkina Faso ungewöhnlichen Maßnahme sollen demnach "Ordnung und Disziplin sowie Harmonie" gewahrt werden.
In dem westafrikanischen Land mit einer Bevölkerung von 23 Millionen haben sich seit 2015 zunehmend islamistische Gruppen ausgebreitet, die Verbindungen zum Islamischen Staat und Al-Kaida haben. Dort sowie aus Nachbarländern wird berichtet, dass radikale Prediger junge Männer anwerben und ihnen auch Geld und sozialen Aufstieg versprechen. Das geschieht auch in ländlichen Regionen.
Aufgrund zahlreicher Anschläge und zerstörter Infrastruktur sind in Burkina Faso mittlerweile mehr als zwei Millionen Menschen auf der Flucht. Bei einem der schwersten Anschläge starben Ende August in der Stadt Barsalogho Hunderte Menschen. Französische Quellen sprechen mittlerweile von bis zu 600 Todesopfern.
Im Vergleich zu den Nachbarländern hat Burkina Faso einen hohen Anteil an Christen, die zwischen 25 bis 30 Prozent ausmachen. Der Sahelstaat galt in ganz Westafrika bisher als Vorbild für das friedliche Zusammenleben der Religionen. Vor Ort heißt es, dass es in jeder Familie Muslime, Christen und Anhänger traditioneller Religionen gebe.