Gartenarbeit bei Trockenheit

Drei Fragen an Gärtnermeister Thomas Narzynski

Hitze und Trockenheit haben Auswirkungen auf den heimischen Garten. Die Auswahl der Pflanzen sollte angepasst werden, sagt Thomas Narzynski, Gärtnermeister beim Fachverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Schleswig-Holstein im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). „Saatrasen ist immer besser als Rollrasen“, rät er.

epd: Welche Auswirkungen haben Klimawandel und steigende Temperaturen auf Hobbygärten?

Thomas Narzynski: Steigernde Temperaturen und Trockenheit bedeuten vor allem Stress für Flora und Fauna. Das bedeutet, dass man sich im eigenen Garten für hitzebeständigere Sorten entscheiden sollte. Beim Rittersporn, einer sehr gängigen Pflanze, gibt es zum Beispiel mehr oder weniger widerstandsfähigere Sorten, auf die beim Kauf der Saat geachtet werden sollte.

Bäume und alte Sträucher, die sehr tief verwurzelt sind, haben momentan noch genügend Wasserzugriff. Auf alle Pflanzenarten, die nicht so tief verwurzelt sind, sollten Gärtner aber ein Auge haben. Aufgrund der Trockenheit fehlt in den oberen 20 Zentimetern Erde hier in der Gegend schon viel Wasser. Aber Gärtner sollten auch aufpassen, die Pflanzen nicht zu überwässern, es soll ja auch bald wieder mehr regnen. Dieses Regenwasser kann man dann am besten auffangen und später zum Gießen nutzen.

epd: Ist es noch zeitgemäß, sich einen klassischen Rasen anzulegen?

Narzynski: Ein klassischer englischer Rasen wie auf dem Golfplatz erfordert extrem viel Arbeit. Das ist zwar das Bild eines schönen Rasens, das viele Menschen im Kopf haben, aber oft ist ihnen nicht bewusst, wie viel Pflegeaufwand da hineinfließen muss. Grundsätzlich gilt: Saatrasen ist immer gesünder für den Garten als Rollrasen. Denn ein ausgesäter Rasen passt sich besser und schneller an seine Umweltbedingungen an. Die Saat besteht dann aus einer Mischung von zehn bis fünfzehn Grassorten. Und die Gärtnerinnen und Gärtner sollten akzeptieren, dass dann auch mal ein Kraut oder ein Moos im Rasen drin ist.

Moos wird nicht gerne betreten, da es keine Belastung mag. Deshalb das klassische Problem: Die Kinder werden älter, spielen nicht mehr so viel auf dem Rasen und dann wächst Moos. Für viele, die sich einen perfekten Rasen wünschen, passt das dann nicht ins Bild. Dieses Bild eines perfekten Rasens ist aber eben mit extrem großem Aufwand verbunden. Das ist ein Problem in den Köpfen der Menschen.

epd: Welche Gartenarbeit sollte aktuell verrichtet werden?

Narzynski: Gerade sollte der Garten einfach genossen werden. Dafür hat man ihn doch. Handy weglegen, sich draußen hinsetzen und beobachten, was blüht und wächst. Wenn es dann wieder etwas ungemütlicher wird draußen, ist immer noch genug Zeit, um weiterzuarbeiten.

👋 Unser Social Media