Sommer, Sonne, Badespaß - viele erfrischen sich an heißen Tagen in Seen und Flüssen. Worauf dabei zu achten ist, damit auch die Natur auf ihre Kosten kommt.
Was kann es im Sommer Schöneres geben, als am Wasser zu entspannen? Dabei sollten Erholungssuchende aber Rücksicht auf Natur und Pflanzenwelt nehmen, erklärt das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB). Für ungetrübten Wasserspaß hat es überraschende Dos und Don'ts zusammengestellt:
Die Mittel sollten vor dem Wasserkontakt gut in die Haut eingezogen sein, Cremes mit dem UV-Filter Octocrylen besser gemieden werden. Es gibt Hinweise darauf, dass dieser Stoff Wasserflöhen, Wimpertierchen, Fischen oder auch Korallen im Meer schaden kann. Der in Mückenschutzmitteln oft enthaltene Stoff Icaridin kann zudem die Larven von Amphibien schädigen.
: Kippen sollten weder ins Wasser noch in den Gully geworfen werden. Nikotin ist für alle Lebewesen hochgiftig und sehr gut wasserlöslich. Bereits nach einer halben Stunde Regen ist etwa die Hälfte des Nikotins in die Umwelt gelangt.
: Nicht schön, aber in größeren Gewässern schadet es laut IGB der Umwelt nicht, weil die Nährstoffe im Urin zu stark verdünnt werden. In kleineren Gewässern sollte es aber vermieden werden, weil es diese zusätzlich belastet.
: Ob Kanu, Kajak oder Tretboot - solche Boote ohne Motor dürfen auch außerhalb der Fahrrinne fahren. Dennoch sollte ausreichend Abstand Schilfgürteln gehalten werden, da sich Wasservögel dorthin zurückziehen und das Schilf seit in vielen europäischen Seen ohnehin zurückgeht. Auch ohne Privatboote werde das Schilf durch Wellenschlag der Schifffahrt, Uferbebauung und Fraßschäden durch Wasserratten und Nutrias in Mitleidenschaft gezogen.
: Elektrisch betriebene Surfbretter, sogenannte eFoils, sind ein neuer Wassersporttrend. Sie lassen Menschen scheinbar auf dem Wasser schweben, verursachen unter Wasser aber mächtig Lärm. Auch Flyboards fallen in die Kategorie Unterwasser-Soundmaschine. Auch wenn die Folgen für die Fischwelt noch nicht erforscht sind, regt das IGB an, "mal über den menschlichen Wahrnehmungshorizont hinaus zu blicken bzw. zu horchen".
: Enten und Fische sollten nicht gefüttert werden. Brot etwa ist für Wasservögel ungesund, weil es viel Salz enthält oder auch verschimmelt sein kann. Zudem belastet es die im Sommer ohnehin strapazierten Gewässer mit zusätzlichen Nährstoffen, die wiederum das Algenwachstum fördern. Auch aus diesen Gründen ist das Füttern von Wasservögeln in vielen Städten wie Berlin verboten.
: Wie die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) empfiehlt auch das IGB, aus Sicherheitsgründen nur an offiziellen Badestellen ins Wasser zu gehen. Dort bemühe man sich auch um eine Balance zwischen menschlicher Nutzung und Naturschutz: Müll werde regelmäßig entfernt, Schutzzonen würden ausgewiesen oder abgesperrt. Außerhalb dieser Badestellen besteht die Gefahr, dass Uferpflanzen geschädigt und Tiere gestört werden.