“Fünf beste Tage” – Hörspiel des Monats Februar zur Sterbehilfe

Die Jury der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste zeichnet ein Stück über die Geschichte eines Paares aus, bei dem die Frau Sterbehilfe in Anspruch nehmen will.

Das Stück "Fünf beste Tage" ist nach Ansicht der Jury der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste das Hörspiel des Monats Februar. Darin zeichnet der Schweizer Autor und Journalist Erwin Koch die letzten Tage eines Paares vor dem selbst gewählten Tod der krebskranken Frau durch Inanspruchnahme von Sterbehilfe nach.

Koch sei "ein Text gelungen, der die Stationen einer Beziehung präzise absteckt und diese schwerste Lebensstrecke mit eindrucksstarken Bildern ertastet, dabei immer konkret bleibt und dem Unsagbaren seinen gebührenden Platz lässt", lobte die Jury.

Ein Spiel führe das Paar in der Endphase seiner Gemeinsamkeit zu einem großen Beziehungsabenteuer, nämlich dem gegenseitigen Geständnis eines nie gelüfteten und mit großer Scham behafteten Geheimnisses: "Der wunde Punkt einer traurigen Lebensbilanz ihrerseits und seine lebenslange Strategie, dem Schmerz des menschlichen Daseins auszuweichen, werden nebeneinandergelegt." Das letzte Gespräch führe zu einer "zuvor nie dagewesenen Nähe zwischen den beiden Menschen, die voneinander Abschied nehmen müssen".

"Poetisch, genau und situativ" fächere Koch die Vielschichtigkeit von Paarbeziehungen auf, "indem er Figuren schafft, die großzügig und ohne die Last der lebenslangen Bewertung auf ihre eigenen Biografien blicken", heißt es weiter. Dadurch entstehe ein Hörspiel, "das der Schwere des Abschieds trotzt und immer wieder in eine Leichtigkeit hineinführt". Das Anhören der Produktion werde "zu einer taktvollen Sterbebegleitung, die der Komponist und Regisseur Stefan Weber mit einem stimmigen Soundtrack verwoben hat".

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