Frauenrat fordert besseren Schutz gegen Deepfake-Pornografie

Täuschend echte Bilder und Stimmen sind leicht gemacht. Der Bayerische Landesfrauenrat fordert daher strengere Regeln gegen Deepfakes, die Betroffene schützen und Täter bestrafen.

Frauen und Mädchen müssen besser vor Deepfakes geschützt werden - das fordert der Bayerische Landesfrauenrat. "Mit generativer Künstlicher Intelligenz (KI) kann man heute sehr einfach und schnell eine beliebige Bildaufnahme einer Person zu einem Deepfake verwandeln. Dieser Deepfake ist mittlerweile nicht mehr von einer echten Aufnahme zu unterscheiden. Das gilt auch für die Stimme. Ein Großteil der kursierenden Deepfakes enthält pornografische Inhalte", heißt es in einem am Montag in München veröffentlichten Forderungspapier. Deepfakes sind täuschend echte Foto-, Video- oder Audioinhalte, bei denen Gesichter, Stimmen oder Szenen manipuliert werden.

Konkret formulierte der Rat neun Forderungen an die Regierung im Freistaat, um Lücken in der Strafbarkeit zu schließen. Darunter fallen eine Kennzeichnungspflicht für Deepfakes, Beratungs- und Hilfsangebote für Betroffene sowie Aufklärung, was sexualisierte Deepfakes bedeuten können. Strafverfolgungsbehörden müssten sensibilisiert und qualifiziert werden, außerdem brauche es spezielle Möglichkeiten, um in diesem Bereich zu ermitteln. Wer Deepfakes, die die Persönlichkeitsrechte verletzen, herstelle, gebrauche oder zugänglich mache, müsse bestraft werden, für sexualisierte Deepfakes brauche es einen eigenen Straftatbestand.

Der Rat forderte zudem, dass sexualisierte Deepfakes mit dem gleichen Strafmaß bedacht werden wie reale kinder- und jugendpornografische Inhalte. Verantwortlich gemacht werden müssten auch die Betreiber von Plattformen, die diese verbreiten. "Angesichts der rasanten Zunahme von Deepfakes im digitalen Raum und der gravierenden Verletzungen der Betroffenen besteht ein rascher Handlungsbedarf", heißt es. Deepfakes könnten schließlich auch für Erpressung, Verleumdung und Ähnliches genutzt werden. "Die Auswirkungen werden durch die Verbreitung in den sozialen Medien exponentiell verschärft."

Laut Angaben des Frauenrats macht Deepfake-Pornografie 98 Prozent aller im Internet kursierenden Deepfakes aus. 99 Prozent der Betroffenen seien Frauen. Für die Zahlen beruft der Rat sich auf eine Studie der IT-Sicherheitsfirma Home Security Heroes aus dem Jahr 2023.

Der Bayerische Landesfrauenrat, gegründet 1973, ist nach eigenen Angaben ein Zusammenschluss von 58 Frauenverbänden und Frauengruppen gemischter Landesverbände im Freistaat. Er ist demnach überparteilich, überkonfessionell und unabhängig organisiert und vertritt knapp vier Millionen Frauen in Bayern.

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