Für die Bildungsforscherin Susanne Kuger liegt ein Grund für das schlechte deutsche Abschneiden im jüngsten Pisa-Vergleich im Föderalismus. „Bildung ist Ländersache, und die Länder verfolgen teilweise ganz unterschiedliche Ziele mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Konzepten“, sagte die Forschungsdirektorin am Deutschen Jugendinstitut in München dem Evangelischen Pressedienst (epd). Das Thema sei sehr komplex. Und die Einigkeit, wie man zu guten Ergebnissen komme, „ist leider sehr gering“.
Die hiesige Bildungspolitik beschrieb die Expertin als „eine Mischung aus Aktionismus in der Politik, eine Verzettelung von zu vielen Akteuren, die bei zu wenig fundiertem Wissen Entscheidungen treffen, die letztlich am gewünschten Erfolg vorbeiführen“. Und das alles bei sehr knappen finanziellen Ressourcen. „Von der Summe her gesehen sind die Bildungsausgaben in den vergangenen Jahren zwar gestiegen, das zeigt auch der Bildungsfinanzbericht, aber die deutschen Pro-Kopf-Ausgaben pro Grundschüler sind im EU-Vergleich alles andere als spitze“, sagte Kuger.
