Film über Dachauer “Apfelpfarrer” Korbinian Aigner startet im Kino

Der Widerstand eines Priesters im Nationalsozialismus wird zum Kinothema: Korbinian Aigner züchtete im Konzentrationslager neue Apfelsorten. Die Filmemacher sehen in seiner Geschichte ein Zeichen der Hoffnung.

"Ein stummer Hund will ich nicht sein" - unter diesem Titel startet in dieser Woche ein Doku-Drama über den bayerischen Priester Korbinian Aigner (1885-1966) in den deutschen Kinos. Aigner, der auch Präsident des Obst- und Gartenbauvereins Oberbayern war, wurde 1939 verhaftet und ins Konzentrationslager Dachau geschickt. Dort musste er unter Zwang im sogenannten "Kräutergarten" arbeiten. Trotz unmenschlicher Bedingungen züchtete er im Lager neue Apfelsorten - darunter "KZ3", heute bekannt als "Korbiniansapfel", der weltweit als Symbol für Widerstand und Erinnerung gepflanzt wird.

Der 105-minütige Film von Walter Steffen kombiniert nach Angaben der Macher Zeitzeugeninterviews, Archivmaterial und animierte Sequenzen im Stil einer Graphic Novel, um Aigners Lebensweg zu veranschaulichen. Die Premiere findet am 23. April statt, ab 24. April ist er in ausgewählten Kinos zu sehen, oft auch begleitet von Lesungen. Der bayerische Schriftsteller Gerd Holzheimer hat den Angaben zufolge während des Entstehungsprozesses des Films ein Buch über den Apfelpfarrer geschrieben, das zum Start erscheint.

"Dass Korbinian Aigner das KZ überlebt hat und mit ihm sein Korbiniansapfel, ist ein Zeichen der Hoffnung und eine Inspiration für nachfolgende Generationen", heißt es auf der offiziellen Seite des Films. Damit sei er gerade in der heutigen Zeit, "in der die Demokratie, die Freiheit und die Menschlichkeit erneut durch Rassismus, Antisemitismus, Antiislamismus und andere Formen menschlicher Ausgrenzung rechter Populisten gefährdet sind", aktueller und wichtiger denn je.

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