Mehr als 100 Akteurinnen und Akteure haben am Donnerstag im Schweriner Schloss beim Fachtag „Klischeefreie Berufliche Orientierung in Mecklenburg-Vorpommern“ diskutiert. Es gehe um die Frage, wie Berufswünsche junger Menschen künftig freier und jenseits starrer Geschlechterrollen gestaltet werden können, teilte das Gleichstellungsministerium am Donnerstag mit. Viele Berufe seien noch immer von Geschlechterstereotypen und Klischees geprägt, sagte Gleichstellungsministerin Jacqueline Bernhardt (Linke) zur Eröffnung. „Doch müssen wir alles dafür tun, dass junge Menschen die Möglichkeit bekommen, ihre Träume verwirklichen zu können.“
Es gebe noch immer Hemmschwellen bei der Wahl einer Ausbildung oder eines Studiums, sagte Bernhardt. „Junge Männer, die Krankenpfleger, Erzieher oder Friseur werden wollen, sind noch immer sehr selten, wie junge Frauen, die gern als IT-Spezialistin, Ingenieurin, Mechanikerin, Bauarbeiterin oder Elektrikerin arbeiten.“ Dabei sollte die Berufswahl klischeefrei möglich sein, betonte die Ministerin.
Studien haben laut Bernhardt gezeigt, dass Diversität in allen Berufen zu mehr Qualität führe. „Für die Gesellschaft stellt sich unter anderem die Frage, wie wir Jugendliche dabei unterstützen können, ihr volles Potenzial zu entfalten.“ Das Ziel müsse sein, dass sich mehr Jugendliche unabhängig von Klischees für Berufe begeistern. Das beuge auch dem Fachkräftemangel vor. Bernhardt: „Fachkräftesicherung und -gewinnung ist eines der wichtigsten aktuellen Probleme unserer Unternehmen im Land.“
Organisiert wird die Tagung von den Sozialpartnern Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB) Nord und Vereinigung der Unternehmensverbände für Mecklenburg-Vorpommern (VU).