150 mutmaßliche Täter im Bistum Speyer seit 1946 identifiziert: Die Uni Mannheim stellt in der kommenden Woche erste Ergebnisse einer Missbrauchsstudie vor. Das Forschungsprojekt geht noch Jahre weiter.
Am 8. Mai wird erstmals eine Studie zu sexuellem Missbrauch im Bistum Speyer vorgestellt. Aktuell sei von 109 beschuldigten Geistlichen und 41 Nichtklerikern als mutmaßlichen Tätern auszugehen, teilte die federführende Universität Mannheim am Dienstag mit. Das auf insgesamt vier Jahre angelegte Forschungsprojekt beschäftigt sich vorrangig mit der Frage, welche Strukturen in der katholischen Kirche die Missbrauchstaten ermöglichten.
Eine unabhängige Aufarbeitungskommission des Bistums Speyer hatte im Jahr 2023 die Uni Mannheim beauftragt, zu sexuellem Missbrauch in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg zu forschen. Der Titel lautet: "Sexueller Missbrauch im Bistum Speyer durch katholische Priester, Diakone, Ordensangehörige und Mitarbeitende des Bistums (ab 1946)".
Ein zweiter Teil der Aufarbeitungsstudie wird 2027 erwartet. Die zweiteilige Veröffentlichung begründete Generalvikar Markus Magin damit, viele Missbrauchsbetroffene seien schon alt und wollten noch erleben, dass das ihnen angetane Unrecht öffentlich benannt wird.