Nach Berichten eines linken Hausprojekts in Cottbus über rechtsextreme Angriffe hat die Polizei nach eigenen Angaben keine eigenen Erkenntnisse dazu. Es lägen keine Anzeigen vor, sagte eine Polizeisprecherin dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Donnerstag in Cottbus. Es werde jedoch wegen Sachbeschädigung an einem Nachbarhaus ermittelt. Zeugen zufolge hätten zwei Jugendliche bei dem Vorfall in der Nacht zum vergangenen Samstag dort eine Scheibe eingeworfen. Von der Polizei seien DNA-Spuren gesichert worden.
Das Hausprojekt „Zelle79“ hatte zuvor mitgeteilt, dass sein Gebäude in der vergangenen Woche in der Nacht zu Samstag gegen 23 Uhr Ziel rechtsradikal motivierter Angriffe gewesen sei. Die Täter seien vermummt gewesen, wenig später habe es einen zweiten Angriff gegeben, hieß es. Es seien unter anderem Steine gegen die Hauswand geworfen, einschlägige Parolen gerufen, der Briefkasten zerstört und ein großflächiges Graffiti-Kunstwerk an der Fassade beschädigt worden. Auch ein Fenster in der Nachbarschaft sei zu Bruch gegangen.
Rechtsextreme Einschüchterungsversuche gegen das Projekt in Cottbus habe es bereits zuvor gegeben, hieß es weiter. Diese seien auch von der Beratungseinrichtung Opferperspektive dokumentiert. Das Haus werde von einem Verein genutzt, der sich aktiv gegen Diskriminierung, Rassismus und rechte Gewalt engagiere, betonte das Hausprojekt. In den oberen Stockwerken befinde sich auch eine Wohngemeinschaft. Mit dem rechtsextremen Angriff sei die Gefährdung von Menschenleben in Kauf genommen worden.