DETMOLD – Der neue Flüchtlingspfarrer der Lippischen Landeskirche, Dieter Bökemeier, hat dazu aufgefordert, sich „mit großer Eindeutigkeit auf die Seite der heute Flüchtenden“ zu stellen. Es werde die Aufgabe der Kirche bleiben, „an die Gerechtigkeit für Flüchtlinge zu erinnern“, sagte Bökemeier bei seinem Einführungsgottesdienst in der Detmolder Christuskirche. Neben der Pfarrstelle für Flucht und Migration übernimmt Bökemeier auch die Aufgabe als Landespfarrer für Ökumene und Mission. Landessuperintendent Dietmar Arends überreichte dem 53-Jährigen die Ernennungsurkunden für beide Ämter.
In seiner Predigt äußerte sich Pfarrer Bökemeier kritisch zur deutschen Flüchtlingspolitik. Sie sei inzwischen auf „Flüchtlingsabwehr“ umgestellt worden. Gleichzeitig würdigte er die Arbeit von freiwilligen Flüchtlingshelfern. Deren Einsatz sei nicht mehr so euphorisch wie im Sommer 2015, aber weiterhin sehr verlässlich. „Trotz mancher Schwierigkeiten lernen wir immer mehr, das Zusammenleben in größerer Vielfalt zu gestalten“, sagte Bökemeier. Die Verbundenheit mit nach Deutschland Geflüchteten spüre man zum Beispiel in internationalen Bibelkreisen und in Begegnungscafés.
In der Pfarrstelle Flucht und Migration ist Bökemeier Ansprechpartner für Geflüchtete sowie für Kirchengemeinden und Ehrenamtliche, die sich für Flüchtlinge einsetzen. Außerdem soll er sich um theologische Grundlagenarbeit, die Seelsorge Geflüchteter und die Begleitung von Kirchenasylen kümmern.
Im Bereich Ökumene und Mission ist der Landespfarrer den Angaben zufolge für die Gestaltung und Koordinierung der kirchlichen Partnerschaften zu Kirchen in Süd- und Westafrika sowie Osteuropa zuständig. Ebenso wird er Kontakte zu Missionswerken unterhalten. epd
