Düsseldorfer Superintendent: Kirche muss sich neu gründen

Der Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Düsseldorf, Heinrich Fucks, erwartet einen radikalen Umbruch kirchlichen Lebens in den kommenden Jahren. „Wir müssen uns als Kirche letztlich neu gründen, wenn wir in dieser so tiefgreifend veränderten Welt eine Zukunft haben wollen“, sagte der Theologe der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Montag). Dazu gehöre die Bereitschaft, ungewohnte Wege zu gehen. Als Beispiel nannte Fucks eine Auferstehungsfeier in der Osternacht, in der von 22 Uhr am Karsamstag bis 6 Uhr am Ostermorgen Gottesdienst, Rave und Performance zusammengebracht werden, um vor allem mit jungen Menschen neue Formen von Spiritualität zu erproben.

Massive Veränderungen wird es auch beim kirchlichen Gebäudebestand in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt geben: In zehn Jahren werde es in Düsseldorf noch 10 bis 15 Kirchen-Standorte geben, sagte Fucks. Derzeit sind es 25, im Jahr 2.000 waren es noch 50. Von den rund hundert Gebäuden mit kirchlichen Funktionen sollen viele aufgegeben werden, weil der Erhalt nicht mehr finanziert werden kann. „Es macht keinen Sinn, auch künftig alles überall anbieten zu wollen“, sagte Fucks. Auch künftig werde es aber dezentrale und quartiersnahe Gottesdienstangebote geben.

In Düsseldorf soll es nach den Plänen des Kirchenkreises künftig statt bislang 17 Kirchengemeinden nur noch eine einzige evangelische Großgemeinde für die aktuell rund 85.000 Kirchenmitglieder geben. „Bis 2028 wollen wir die Weichen dafür gestellt haben“, sagte Fucks, der seit 2018 als leitender Theologe an der Spitze des Kirchenkreises Düsseldorf steht. „Wie die organisatorische Einheit konkret aussehen wird, diskutieren wir gemeinsam mit allen Gemeinden.“

👋 Unser Social Media