Der neu gegründete Bürgerrat „Friedensstadt Dresden“ hat Empfehlungen für ein friedliches Zusammenleben erarbeitet. Das Papier wurde am Donnerstag auf der Internetseite der Stiftung Frauenkirche Dresden veröffentlicht und sollte am Abend in der Frauenkirche der Öffentlichkeit vorgestellt werden. 50 Dresdnerinnen und Dresdner hatten sich in den vergangenen Wochen anlässlich des Weltkriegsendes vor 80 Jahren zur „Friedensstadt Dresden“ verständigt.
Der Bürgerrat appelliert unter anderem, auf die Bedürfnisse anderer Menschen Rücksicht zu nehmen. „Gehen Sie vom guten Willen des Anderen aus“, heißt es. Wichtig sei auch eine „respektvolle und wertschätzende Kommunikation in der Gemeinschaft“. „Dazu brauchen wir Mut, um Vielfalt und Kompromisse leben zu können“ heißt es in dem Papier weiter.
Mit Blick auf Proteste appelliert das Gremium: „Wir dürfen das Demonstrieren nicht undemokratischen und gewalttätigen Personen überlassen, sondern wollen Demonstrationen aktiv positiv gestalten.“ Zudem gelte es, für gesellschaftliche Debatten Räume zu schaffen und diese nach zuvor vereinbarten Verhaltensregeln zu führen.
Das Bürgerrat-Projekt wurde von der Stiftung Frauenkirche Dresden angestoßen. Das Gremium versteht sich als neutraler Rahmen, um zuzuhören, auf Augenhöhe zu diskutieren und konstruktive Lösungsansätze zu entwickeln. Ihr Gutachten mit mehr als 30 Empfehlungen und Anregungen wollte es am Abend an den Dresdner Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) übergeben. In etwa einem Jahr will der Bürgerrat schauen, ob und wie seine Empfehlungen umgesetzt wurden.