Drecoll: AfD-Funktionäre bei Gedenkfeiern nicht willkommen

Der Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, Axel Drecoll, will bei den Gedenkfeiern zum 80. Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus keine offiziellen Vertreter der rechtsextremistischen AfD begrüßen. Funktionsträger dieser Partei seien bei den Gedenkfeiern nicht willkommen, sagte Drecoll am Samstag im RBB-Inforadio.

Die AfD akzeptiere im Zusammenhang mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges und des Nationalsozialismus nicht den Begriff „Befreiung“, sondern spreche von „Niederlage“. Sie konterkariere die Arbeit der Gedenkstätten und richte sich gegen Fundamentalwerte, die diese vertreten. Dazu gehörten „die Notwendigkeit kultureller und gesellschaftlicher Vielfalt, Respekt und Solidarität“, sagte Drecoll.

Weiter verwies der Historiker auf eine geringere historische Bildung bei jungen Menschen. Er stelle fest, dass Schülerinnen und Schüler „nicht nur zu wenig Wissen über den Nationalsozialismus und die Verfolgung haben, sondern sie wissen eben auch nichts über die Demokratie und die Werte, die hinter einer Demokratie stehen“. Das historische Wissen und das Wissen um die freiheitliche demokratische Grundordnung in Deutschland gehörten aber unbedingt zusammen: „Da müssen wir dringend etwas tun“, sagte Drecoll.

In den früheren brandenburgischen Konzentrationslagern Ravensbrück und Sachsenhausen finden am Sonntag Gedenkfeiern zum 80. Jahrestag der Befreiung statt. Drecoll sagte mit Blick auf die wenigen, meist sehr betagten Zeitzeugen bei den Veranstaltungen, diese seien „sehr wichtige moralische Instanzen“, die nicht ersetzt werden könnten.

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