Ein marokkanischer Schneider, seine schwerkranke Frau und ihr Lehrling im Beziehungsdreieck. In "Das Blau des Kaftans" treten gesellschaftliche Kontroversen hervor. Gleichzeitig geht es um verschiedene Formen der Liebe.
In Zusammenarbeit mit filmdienst.de und der Katholischen Filmkommission gibt die KNA Tipps zu besonderen TV-Filmen:
Der melancholische Halim (Saleh Bakri) und seine energische, aber schwerkranke Frau Mina (Lubna Azabal) betreiben in der Medina der marokkanischen Hafenstadt Sale eine traditionelle Schneiderei, die auf aufwändige und deshalb teure Kaftans spezialisiert ist. Die sind so sorgfältig gemacht, dass sie denjenigen, der ihn trägt, überleben können.
Dementsprechend schwierig ist das Geschäft. Doch als eine anspruchsvolle Kundschaft einen aufwändigen Kaftan ordert, heuert das Paar einen talentierten Mann namens Youssef (Ayoub Missioui) als Lehrling an. Dessen Anwesenheit scheint Halim innerlich aufleben zu lassen; offensichtlich fühlt er sich zu dem jungen Gehilfen hingezogen. Auf Dauer gerät dadurch aber das sensible Gleichgewicht in der Werkstatt durcheinander.
"Das Blau des Kaftans" ist eine mit sparsamen Dialogen, einer sorgfältigen Kamera und überragenden Darstellern erzählte Dreiecksgeschichte von Maryam Touzani von 2022, die inmitten einer von patriarchalen Dogmen reglementierten Gesellschaft eine unkonventionelle Form menschlichen Miteinanders auslotet. Das soziale Thema des Verhüllens und Offenbarens verschränkt sich dabei so klug wie sinnlich mit dem Stofflichen der kleinen Handwerkswelt.