Im ehemaligen Gauforum Weimar ist am Mittwoch ein Museum zu Zwangsarbeit im Nationalsozialismus eröffnet worden. Das Haus dokumentiere die Verbrechen an europaweit rund 20 Millionen Menschen, sagte der Direktor der Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, Jens-Christian Wagner, bei der Eröffnung. Zwangsarbeit habe in aller Öffentlichkeit stattgefunden und doch sei deren Aufarbeitung zu lange vernachlässigt worden.
Das neue Museum entstand im ehemaligen Dienstsitz von Fritz Sauckel (1894-1946), dem Generalbevollmächtigten für den Reichsarbeitseinsatz. Die NS-Verbrechen seien Teil der Weimarer Stadtgeschichte, sagte Wagner.
Zeitgleich eröffnete die Klassik-Stiftung Weimar im Schiller-Museum ihre Jahresausstellung „Bauhaus im Nationalsozialismus“. Stiftungspräsidentin Ulrike Lorenz sagte, die Ausstellung wolle einen differenzierten Blick auf das Bauhaus Weimar als Gründungsort der bedeutendsten Design- und Architekturschule des 20. Jahrhunderts vermitteln. Sie nehme hauptsächlich die Biografien der Künstler und Studenten mitsamt ihrer Werke nach 1933 in den Blick.
Rund 900 der 1.200 Bauhäusler seien nach 1933 in Deutschland geblieben. Der Umgang einzelner Kunstschaffenden mit dem Regime reichte von Widerstand über den Gang ins Exil bis hin zur Anpassung. Die Doppeleröffnung sei bewusst auf den 8. Mai, den Tag der Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus, gelegt worden.