Mehr als 50 Vorschläge für den unbesetzten Bischofsstuhl in Münster: Das Domkapitel in Münster sucht Kandidaten für die Nachfolge von Bischof Felix Genn. Eine wichtige Rolle spielen dabei erstmals auch Laien.
Beim Domkapitel des Bistums Münster sind bereits mehr als 50 Vorschläge für die Nachfolge von Bischof Felix Genn eingegangen. "Wir gehen von eineinhalb Jahren aus, bis wir einen neuen Bischof haben", sagte Dompropst Hans-Bernd Köppen der Zeitung "Die Glocke". Genn ist seit März im Ruhestand und der Bischofsstuhl unbesetzt.
Erstmals hat das Domkapitel 16 Laienvertreter an der Kandidatensuche beteiligt. Gemeinsam werde man die Vorschläge sammeln und beraten, wer infrage komme, so Köppen. Dann würden Namen nach Rom geschickt. Entsprechend den Vorgaben des für Münster geltenden Preußenkonkordats, einem Vertrag zwischen Staat und Heiligen Stuhl, gehen zudem weitere Vorschläge von Bischöfen an den Vatikan. Unter Würdigung sämtlicher Personen erstellt die Kirchenleitung in Rom eine Dreierliste. Aus dieser wählt das Domkapitel einen neuen Bischof, den der Papst dann ernennt.
Laut Köppen nehmen rund 40 Prozent der Gewählten die Wahl nicht an. "Dann muss eine neue Dreier-Liste aus Rom her und neu abgestimmt werden."
Derzeit leitet Antonius Hamers als Diözesanadministrator übergangsweise das Bistum Münster. Er darf jedoch keine Maßnahmen treffen, die wesentliche Veränderungen mit sich bringen und den künftigen Bischof längerfristig binden.