Deutsche Hochschulen werden internationaler. Die Zahl ausländischer Studenten steigt. Bei deutschen Studierenden, die ins Ausland gehen, gibt es einen leichten Rückgang.
Deutschlands Hochschulen bleiben für Studierende aus aller Welt hochattraktiv. Im Wintersemester 2024/25 waren rund 402.000 Studierende und Promovierende aus anderen Ländern an Hochschulen in der Bundesrepublik eingeschrieben – rund sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Sie stellen mittlerweile 14 Prozent aller Studierenden in Deutschland. Die Zahl der internationalen Studienanfängerinnen und -anfänger erreichte mit 116.600 einen neuen Höchststand.
“Damit setzt sich der Aufwärtstrend der vergangenen Jahre fort”, teilte der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) am Mittwoch in Bonn mit. Die wichtigste Herkunftsregion bleibt Asien-Pazifik mit einem Anteil von 33 Prozent, gefolgt von Nordafrika und Nahost (19 Prozent) und Westeuropa (15 Prozent). Indien hat sich mit knapp 59.000 Studierenden – einem Plus von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr – als größtes Herkunftsland etabliert. Auf Platz zwei folgt China mit rund 38.600 Studierenden: Ihre Zahl ist seit dem Wintersemester 2019/20 um sieben Prozent zurückgegangen.
Die meisten internationalen Studierenden mit Abschlussabsicht in Deutschland sind in Ingenieurwissenschaften (43 Prozent) sowie Wirtschafts-, Rechts- und Sozialwissenschaften (25 Prozent) eingeschrieben.
Umgekehrt waren rund 138.800 deutsche Studierende 2022 an Hochschulen im Ausland eingeschrieben. Diese Zahl lag damit leicht über dem Vor-Corona-Niveau von 2019 (137.900). Seit 2016 (rund 141.200) ist die Zahl um gut 2 Prozent zurückgegangen. Seit 1991 hat sich die Zahl der deutschen Auslandsstudierenden jedoch vervierfacht, seit 2000 mehr als verdoppelt.
Zu den beliebtesten Zielländern zählten unverändert Österreich (rund 37.800 deutsche Studierende), die Niederlande (22.600), die Schweiz (12.500) und das Vereinigte Königreich (9.600). Während die Zahlen für die drei erstgenannten Länder seit 2019 gestiegen sind, ist die Zahl der deutschen Studierenden in Großbritannien um rund 32 Prozent zurückgegangen.