Deutsche Krankenhausgesellschaft pocht auf Inflationsausgleich

Immer mehr Kliniken droht laut einer Prognose der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) das Aus. "Wenn die Kliniken nicht schnell einen Inflationsausgleich vom Bund bekommen, könnten in diesem Jahr 80 Kliniken Pleite gehen", sagte DKG-Chef Gerald Gaß der "Rheinischen Post" (Dienstag). Das ungeordnetes Sterben der Krankenhäuser gehe zulasten der Mitarbeitenden und Patienten geht. "Bundesweit haben bislang seit Ende 2022 mehr als 40 Standorte Insolvenz angemeldet und alleine im Januar sind sechs weitere dazu gekommen", so Gaß.

Am Mittwoch ist das Transparenzgesetz von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) im Vermittlungsausschuss von Bund und Ländern. Es sieht einen "Klinik-Atlas" vor, der über das Leistungsprofil der Krankenhäuser informiert. Der DKG-Chef appellierte an die Länder, dem Gesetz nicht zuzustimmen, wenn der Minister den notwendigen Inflationsausgleich weiterhin verwehre. Gaß warnte: "Wenn Lauterbach seine Pläne so durchzieht, werden Geschäftsführer knallhart sanieren müssen: Personal abbauen, Standorte und Abteilungen schließen. Besonders defizitär sind Geburtshilfe, Kinderstationen, Notaufnahmen. Diese wird man als erstes schließen."

Seit Januar 2022 schrieben fast alle Kliniken rote Zahlen, so Gaß weiter. "Bis heute ist ein Defizit von 8,5 Milliarden Euro aufgelaufen, und zwar trotz der Energiehilfen des Bundes. Jeden Monat kommen 500 Millionen Euro als Defizit bundesweit hinzu. Ab März fehlen jeden Monat 700 Millionen Euro, weil dann die Tarifsteigerungen für das Personal fällig werden." Die Krankenhäuser bräuchten im Jahr mindestens vier Milliarden Euro zusätzlich, um ihre laufenden Ausgaben zu decken.

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