Der Gärtner – oder wer?

Sind Sie schon mal mit jemandem verwechselt worden? Ich selbst kann mich nur an eine Situation erinnern. Da hat mich mein Friseur für den Inhaber eines Handy-Ladens gehalten. Das hat mir irgendwie gefallen. Für einen Moment konnte ich mich in ein anderes Leben reindenken.
Kürzlich wurde mir aber eine viel skurrilere Geschichte erzählt: Da treffen sich zwei vermeintliche Bekannte aus demselben Dorf in der Nachbarstadt. Sie gehen fröhlich aufeinander zu und merken, wie wenig sie doch voneinander wissen: „Mir war gar nicht bekannt, dass du bei der Landvermessung tätig bist“, erklärt der eine. Der andere macht ein wenig Small-Talk mit. Bis es ihm dämmert: Hier liegt ein Irrtum vor. Und zwar bei beiden. Jeder hat den anderen mit jemandem verwechselt. Die beiden kannten sich gar nicht. Aufgeklärt hat der Vermessungsingenieur das nicht. Schmunzelnd hat er sich schnell wieder an seine Arbeit begeben.

Härter ging es jetzt im Tatort aus Münster zu. Doppelgänger der beliebten Ermittler Boerne und Thiel wurden Opfer einer Serienmörderin. Sie hatte für ihre Taten bewusst Menschen ausgewählt, die den Mitgliedern des Teams verblüffend ähnlich sahen.
Die Frage, ob es irgendwo jemand gibt, der so aussieht wie man selbst, beschäftigt auch Millionen Nutzer der Handy-App „Twin Strangers“. Hier kann man ein Foto von sich hochladen und bekommt aus einer Datenbank einen Doppelgänger aus Polen oder den USA präsentiert. Das Thema scheint also zu faszinieren.
Und gut biblisch ist es auch. Spätestens an Ostern wird es wieder gepredigt: Wie Maria Magdalena Jesus nach der Auferstehung verwechselt. Und zwar ausgerechnet mit dem Gärtner. (Der war aber in diesem Fall nicht der Mörder.)

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