Die Landeskommission für Denkmalpflege fordert dazu auf, anstehende Transformationsprozesse von Kirchen frühzeitig in die Zivilgesellschaft zu öffnen. Damit könnten eine gemeinwohlorientierte Nutzung für nicht mehr genutzte Kirchengebäude ermöglicht sowie Förderprogramme angepasst und erweitert werden, teilte die Kommission am Freitag in Hannover mit.
Kirchengebäude seien geprägt von christlichen Traditionen. Sie hätten einen hohen allgemeinen Identifikationswert und stellten häufig die siedlungs- und kulturhistorischen Kristallisationspunkte jahrhundertelanger Entwicklungen des menschlichen Miteinanders dar, sagte Wolfgang Rüther, der Vorsitzende der Landesdenkmalkommission. Er betonte, seinem Gremium gehe es nicht darum gehe, Verantwortungen und Zuständigkeiten zu ordnen oder gar die Kirchen in ihren Rechten zu bescheiden.
„Der Appell zielt darauf ab, einen breiteren gesellschaftlichen Diskurs zu initiieren, als es ihn derzeit gibt“, erläuterte Rüther. „Gespräche zwischen den Kirchen und ihren örtlichen Gemeinden einerseits, den politischen Gremien, den Kommunen, der Bürgergesellschaft, Verbänden und Vereinen andererseits. Und dies sowohl in landesweiter Perspektive, wie auch in den Gemeinden selbst, vor Ort. Ganz wichtig ist es dabei, auch den ländlichen Raum nicht zu vergessen.“ Denn Kirchen seien oftmals weit über die Gemeinschaft der Gläubigen und die Kirchenmitglieder hinausgehend die identitäts- und gemeinschaftsstiftenden Gebäude in Städten und Dörfern.
Der Denkmalkommission gehören Vertreterinnen und Vertreter der kommunalen Spitzenverbände, der unteren Denkmalschutzbehörden, der Konföderation der evangelischen Kirchen und des Katholischen Büros an. Auch Vertreter der Klosterkammer, der Denkmaleigentümerinnen und -eigentümer, der Architekten-, Ingenieur- und Handwerkskammer sowie weitere fachkundige Personen gehören dazu.