Wassergymnastik. Am Beckenrand zeigt eine junge Frau die Bewegungen, die die Gruppe im Wasser nachmachen soll. Die Trainerin gibt das Tempo vor. Doch so sehr sich die Frauen und Männer im Wasser mühen, ihre Gymnastikübungen im vorgegebenen Rhythmus auszuführen – es geht nicht. Die Widerstandskraft des Wassers macht es unmöglich. Dazu kommt, dass nicht alle gleich fit sind. Die eine schafft es etwas schneller, der andere macht langsam. Die Trainerin bemerkt es. Sie lacht. Ja klar, sie hat nur Luft, die sie mit den Armen wegdrückt. Sie gibt ein neues Kommando: Jeder soll die Übungen in seinem Rhythmus machen.
Ein guter Grundsatz. Und zwar in jeder Sportart. Wer zu schnell macht oder zu viel will, ist schnell am Ende der Kräfte. Das ist nicht nur im Sport so, sondern überhaupt im Leben. Wer sich überfordert, verliert schnell die Freude an einer Sache.
Einige Tage später: Stille Tage im Kloster. Die Schwester rät zu vier Meditationen am Tag. Jeweils eine halbe Stunde. Zusätzlich zu den drei Gebetszeiten in der Kapelle mit den Schwestern. Ganz schön viel für manche. Andere bekommen das gut hin. Mit der Zeit finden alle ihren Rhythmus. Wie bei der Wassergymnastik.
Es ist gut, sich sportlich zu betätigen. Das hält fit. Das Maß – wie gesagt, jeder so wie er kann. Auch im Glauben ist es gut, sich zu „bewegen“, zu beten. Sonst wird der Glaube leer, die Gottesbeziehung schläft ein.
Zurück aus dem Kloster, wieder im Alltag heißt es: erneut einen Rhythmus finden. So viele Gebetszeiten wie im Kloster? Unmöglich. Aber vielleicht morgens und abends. Das wird sich einpendeln. Der Rhythmus wird sich finden.