Bei der Gedenkstunde des Bundestags für die Opfer des Nationalsozialismus hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier vor einem Neuaufflammen des Antisemitismus gewarnt. "Wenn Antisemitismus Alltag ist in unserem Land, auf unseren Straßen und Plätzen, in Schulen und Hochschulen: Das dürfen wir in unserem Land mit unserer Geschichte niemals zulassen", sagte Steinmeier in Berlin.
Die Schoah sei ein Teil der deutschen Geschichte. "Sie ist, ob wir wollen oder nicht, Teil unserer Identität. Einen Schlussstrich kann es nicht geben. Nicht nach 80 Jahren. Nicht nach 100 Jahren. Niemals", so Steinmeier. Dabei unterstrich der Bundespräsident einen engen Zusammenhang der Demokratie der Bundesrepublik mit der Erinnerung an die Schoah. "Wenn wir heute die Schoah verdrängen, verharmlosen, vergessen, dann erschüttern wir damit doch auch das Fundament, auf dem unsere Demokratie gewachsen ist." Umgekehrt gelte: "Wer heute unsere Demokratie lächerlich macht, verachtet, angreift, der ebnet auch den Weg zu Hass, Gewalt und Menschenfeindlichkeit."
