Im Vorwege einer für Sonnabend (11. Mai) geplanten, erneuten Demonstration des als extremistisch eingestuften Netzwerks „Muslim Interaktiv“ auf dem Steindamm in Hamburg haben die Vereine „Kulturbrücke Hamburg“ und „Säkularer Islam“ sowie die Kurdische Gemeinde Deutschland Verantwortlichen in der Politik Forderungen zukommen lassen. Sie fordern, dass diese sich schnellstmöglich für ein Verbot islamistischer Organisationen wie „Muslim interaktiv“ einsetzen, wie die „Kulturbrücke“ am Dienstag mitteilte.
Parlamentarier und Regierende müssten dafür sorgen, dass keine erneute öffentliche Verhöhnung des deutschen Rechtsstaates stattfinde, hieß es. Demokratiefeindliche Aktivitäten von „Muslim interaktiv“ und ähnlichen Organisationen seien zu unterbinden, „Muslim interaktiv“ müsse mit einem Betätigungsverbot belegt werden.
Die Beteiligten fordern nach eigenen Angaben zudem die Schließung des Islamischen Zentrums Hamburg (IZH) und die Umwandlung der „Blauen Moschee“ in eine interkulturelle und interreligiöse Begegnungsstätte. Auch solle der Staatsvertrag der Stadt Hamburg mit den Islamverbänden ausgesetzt werden. Stattdessen sei eine neue Form der Zusammenarbeit mit allen Hamburger Bürgerinnen und Bürgern muslimischen Glaubens oder muslimischer Herkunft zu finden - beispielsweise in Form eines Runden Tisches.
Um einer Islamisierung an Schulen Einhalt zu gebieten, brauche es eine Initiative zur Stärkung des demokratischen Bewusstseins und Präventionsarbeit, hieß es weiter. Als ersten Schritt fordern die Beteiligten ein Kopftuch- und ein Verschleierungsverbot an Schulen für Kinder unter 14 Jahren.
Am 27. April hatte das Netzwerk „Muslim Interaktiv“ in Hamburg für ein Kalifat und die Scharia demonstriert und damit bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Eine Woche später rief ein breites Bündnis um die Kurdische Gemeinde sowie die Vereine „Kulturbrücke“ und „Säkularer Islam“ in der Hansestadt zur Demonstration gegen Islamismus und Antisemitismus sowie für freiheitlich-demokratische Werte auf.