Wie ticken die Brandenburger? Der "Brandenburg-Monitor 2024" gibt darauf aktuell Antwort. Die Grundtendenz ist positiv. Doch es wird auch eine gereizte Stimmung wahrgenommen. Das Glaubensinteresse schwindet.
Eine Mehrheit der Brandenburger von zwei Dritteln schätzt das Miteinander in ihrem Bundesland als harmonisch und rücksichtsvoll ein. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle "Brandenburg-Monitor", der am Dienstag dem Kabinett vorgestellt wurde. Dennoch sind 51 Prozent der Befragten der Meinung, dass sich das gesellschaftliche Miteinander in den vergangenen Jahren eher verschlechtert habe. Als Gründe dafür werden fehlende Gemeinschaft, gereizte Stimmung, Diskussionskultur und Misstrauen in Institutionen hervorgehoben.
Am wenigsten kommen laut Umfrage Umweltbewusste und -unbewusste miteinander aus, mit dem politischen System Zufriedene und Unzufriedene sowie Deutsche und Ausländer. Konfliktpotenzial im Alltag gibt es bei den Themen Migration, Politik und generelles Miteinander. Um das gesellschaftliche Klima zu verbessern, werden mehr Transparenz und Bürgernähe in der Politik (19 Prozent), soziale Gerechtigkeit (15 Prozent) sowie mehr Rücksicht und miteinander reden (14 Prozent) vorgeschlagen.
Demokratische Werte wie Freiheit, Eigenverantwortung, Recht und Ordnung, Chancengleichheit, Zusammenhalt und Gleichberechtigung sind mit Zustimmungswerten zwischen 95 und 98 Prozent immer noch für fast alle Menschen im Land wichtige Grundsätze des Miteinanders. Religiosität und Glaube (22 Prozent) sowie freie Marktwirtschaft (42 Prozent) nehmen in ihrer gesellschaftlichen Bedeutung weiter ab.
Der "Brandenburg-Monitor" wird seit 2018 alle zwei Jahre im Auftrag der Staatskanzlei erhoben. Für die aktuelle Studie hat das Meinungsforschungsinstitut forsa insgesamt 1.040 wahlberechtigte Brandenburgerinnen und Brandenburger im Zeitraum vom 16. Juli bis 13. August 2024 online befragt.