Blick hinter die Kulissen der Wirklichkeit

Ausstellung "Impossible" zeigt die Macht des Imaginären

Es war ein Zitat von Audrey Hepburn, das Kurator Alexander Timtschenko zum Titel der neuen Ausstellung verhalf: „Nothing is impossible, the word itself says 'I'm possible'!“, (deutsch: Nichts ist unmöglich. Das Wort selbst sagt: „Ich bin möglich!“). Mit der Ausstellung „Impossible“ will das Museum Frieder Burda in Baden-Baden der Macht des Imaginären huldigen. Die Schau wird am Freitagabend eröffnet und geht bis 26. Mai.

„Die Macht der Kunst und der Fantasie lässt Dinge real werden, die sonst nicht möglich wären“, sagte Timtschenko am Freitag vor Journalisten. Präsentiert würden Kunstwerke, die das Unmögliche als alternatives Modell einer zunehmend trügerischen Realität vorstellten. Kunst könne nicht nur Orte und Zeiten, sondern auch die Proportionen der Dinge und ihre Zusammenhänge verschieben und neu komponieren.

Ein Beispiel dafür liefert der belgische Videokünstler David Claerbout gleich im Eingangsbereich des Museums. In seiner Installation „Backwards Growing Tree“ (2023) zeigt er einen Baum auf einer Blumenwiese und lässt ihn fünf Jahre lang rückwärts wachsen. „Für mich zeigt das den Dialog zwischen Geometrie und Zeit“, erläuterte Claerbout. Das menschliche Auge könne es kaum wahrnehmen, dass der Film rückwärts laufe.

Die Schau sei ein Parcours des Sehens und des Staunens, mit Humor, Ironie und Tiefgang, sagte Museumsdirektor Henning Schaper. Sie zeige, was künstlerische Kreativität, menschliche Vorstellungskraft und Fantasie hervorbringen könnten. Zudem befeuerten Medialisierung und Digitalisierung unerschöpfliche Bildfantasien.

Präsentiert werden Künstler wie Yves Klein, Sigmar Polke und Fotografen wie Jeff Wall, Thomas Demand und Andreas Gursky. Diese gehen ungewöhnliche Wege der Bilderfindung und stellen die Zeit- und Größenwahrnehmung infrage.

Einen nicht realisierten Entwurf von Stararchitekt Frank Lloyd Wright, „Mile-High Tower“, lässt der spanische Künstler David Romero in einer Neuinterpretation mit heutiger Technik scheinbar Realität werden. Sein Bild durchdringt alle Stockwerke des Museums. Plastikabfällen aus einem Recyclinghof haucht Daniel Knorr in seiner Installation „Calligraphic Wig“ neues Leben ein, indem er sie mit Autolack einfärbt und in einen silberglänzenden Raum hängt.

Mit der Wahrnehmung spielt auch der belgische Künstler Wim Delvoye. Er lässt einen silberfarbenen Müllwagen im Stil der gotischen Kathedrale über einen Spiegel fahren. Daneben hat die Künstlerin Alexandra Birken mit „Super Duke“ (2023) kurzerhand ein Motorrad in zwei Teile zersägt.

Dagegen wirken zwei schwarze Objekte des indischen Künstlers Anish Kapoor zunächst ganz unspektakulär. Erst aus der Nähe wird ihre Dreidimensionalität sichtbar. Sie sind in dem schwärzesten Schwarz der Welt gefärbt, dem sogenannten Vantablack. 2014 sicherte sich Kapoor die exklusiven künstlerischen Nutzungsrechte an der Substanz, die Licht so stark absorbiert, dass es fast unsichtbar wird. (0470/01.03.2024)

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