Kürzlich wurden neue Zahlen zu politisch motivierter Kriminalität vorgestellt. Der Chef des Bundeskriminalamtes, Holger Münch, äußert sich jetzt zu einer bestimmten Gruppe.
Seit etwa einem Jahr radikalisieren sich vermehrt sehr junge Menschen mit einer rechten Gesinnung - das sagte der Präsident des Bundeskriminalamts (BKA), Holger Münch, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag). Sie schlössen sich in teilweise gut organisierten Strukturen zusammen, um schwere Straftaten zu begehen.
"Dieser Entwicklung zu begegnen, um schwere Gewalttaten zu verhindern, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe", so Münch. "Die Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern haben entsprechende Gruppierungen im Blick und begegnen der Szene mit hohem Kontrolldruck."
Die hohe Zahl rechtsmotivierter Straftaten und die Art und Weise der Gewaltstraftaten seien eine große Herausforderung für die Sicherheitsbehörden, betonte Münch. "Das Internet dient der rechten Szene zunehmend als Vernetzungsraum. Radikalisierung, Rekrutierung und Mobilisierung findet über soziale Netzwerke und rechte Foren statt."
Der Nahost-Konflikt und anstehende Wahlen trugen 2024 zu einem drastischen Anstieg an politisch motivierten Straftaten in Deutschland bei. Die Sicherheitsbehörden erfassten mit rund 84.000 Fällen einen neuen Höchststand. Gegenüber dem Vorjahr entsprach dies einer Zunahme um 40 Prozent, wie aus der am Dienstag veröffentlichten Statistik von Bundesinnenministerium und Bundeskriminalamt hervorgeht.
Etwas mehr als die Hälfte der 2024 verübten Taten mit politischem Hintergrund wurde dem Bereich "rechts motiviert" zugeordnet (fast 42.800). Mit 48 Prozent gab es in diesem Bereich auch den größten Anstieg.