Bischof Timmerevers ruft zum Zusammenhalten auf

Er sieht Kirche und Gesellschaft vor einer Zerreißprobe. Aber es gebe auch Möglichkeiten, Gräben zu überwinden. Zwangsharmonie sei jedoch keine Option.

Der katholische Dresdner Bischof Heinrich Timmerevers hat vor dem Hintergrund kirchlicher und gesellschaftlicher Spannungen zum Zusammenhalt aufgerufen. "Nicht nur in der Kirche, sondern auch in unserer Gesellschaft stehen wir vor einer Zerreißprobe", erklärte er in einem Brief an die Katholikinnen und Katholiken des Bistums Dresden-Meißen zur bis Ostern dauernden Fastenzeit.

Der Bischof betonte: "Wo wir Worte wie Demut, Friedfertigkeit, Geduld und Bereitschaft, einander zu ertragen, mit Leben erfüllen, überwinden wir Gräben, gelingt Versöhnung und Umkehr." Er sei davon überzeugt, dass "uns als Menschen, aber auch als Christinnen und Christen immer mehr verbindet als uns trennt." Wichtig sei, auf das zu schauen, was schon gelinge: "Lassen wir uns vor allem nicht davon lähmen, worin wir verschiedener Meinung sind."

Zugleich betonte er, dass "eine Kultur des Beieinanderbleibens weder ein frömmelndes Deckmäntelchen über Konflikte noch ein Zwangsaufruf zu vermeintlicher Harmonie sein sollte". Vielmehr gehe es darum, wahrzunehmen, was den Anderen bewege, vom Leben des Anderen zu lernen und auch ein Stück der eigenen Vorstellungen, der eigenen Bequemlichkeit und vielleicht des eigenen Wohlstandes abzugeben. "Debatten um gute Lösungen müssen geführt werden, aber so, dass wir einander immer noch in die Augen schauen können", so Timmerevers.

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