Bischof Meier: Verlust der Leiche Jesu war erschütternd

Vor einem leeren Grab zu stehen – wie die Frauen vor dem Felsengrab Jesu – ist laut dem Augsburger Bischof ein erschreckendes Ereignis. „Das Erschütternde dieses Verlustes können wir uns am besten vorstellen, wenn wir uns in Angehörige versetzen, die einen lieben Menschen verlieren, ohne zu erfahren, was wirklich geschah“, sagte der katholische Theologe in […]

Vor einem leeren Grab zu stehen - wie die Frauen vor dem Felsengrab Jesu - ist laut dem Augsburger Bischof ein erschreckendes Ereignis. „Das Erschütternde dieses Verlustes können wir uns am besten vorstellen, wenn wir uns in Angehörige versetzen, die einen lieben Menschen verlieren, ohne zu erfahren, was wirklich geschah“, sagte der katholische Theologe in seiner Osterpredigt im Augsburger Dom laut Manuskript. Vermisstenmeldungen seien oft schwerer zu verdauen als Todesanzeigen. Das wisse man vom Krieg. „Oder denken wir an Situationen, wenn der Körper eines Menschen für immer verschluckt wird von den Fluten eines Tsunami oder verlorengeht in den Abgründen eines Berges oder in den Tiefen des Meeres“, sagte der Bischof weiter.

Laut biblischer Überlieferung ist Jesus am dritten Tage nach seinem Kreuzestod von den Toten wieder auferstanden. Bis heute wisse niemand, wo die Leiche Jesu geblieben sei. „Auch wenn wir das Grabtuch von Turin verehren, auf dieser Erde gibt es keinen Ort, wo Jesu Körper berührbar wäre“, sagte Meier. „Wir sind keine Wallfahrer geworden, die den gekreuzigten Jesus an seinem Grab besuchen, dort Blumen und Lichter aufstellen, um getröstet wieder nach Hause zu gehen. Es gibt kein Jesus-Mausoleum.“ Jesus habe die Abschlussprüfung des Sterbens mit Bravour bestanden. „Wenn ich selbst einmal ans Sterben denken muss, dann hoffe ich, Trost zu finden darin, dass Jesus schon weiter ist als ich: Er ist durch den Tod gegangen und lebt ganz neu“, sagte Meier. „Er wartet auf mich mit dem Geschenk des ewigen Lebens.“ (1333/20.04.2025)

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