Kriegsängste, Regierungskrise, Glaubensverlust: Bischof Wolfgang Ipolt sieht im Osterfest einen Gegenimpuls zur gesellschaftlichen Verunsicherung - und einen Weckruf für Politik und Christen.
Inmitten gesellschaftlicher Krisen und politischer Umbrüche hat der katholische Görlitzer Bischof Wolfgang Ipolt die Bedeutung des Osterfestes für die Gegenwart betont. Ostern sei nicht bloß ein Frühlingsritual, sondern ein Fest, das gerade in einer Zeit von Kriegsangst, wachsender religiöser Gleichgültigkeit und Wohlstandsverlust "eine große Gelassenheit, Ruhe und Zuversicht" spenden könne, sagte er in seiner Osterbotschaft. Ostern schenke auch "die nötige Bescheidenheit und Demut, wenn uns manches aus der Hand genommen wird, wenn wir an Grenzen stoßen".
Mit Blick auf die sich bildende neue Bundesregierung sagte Ipolt: "Ich wünsche denen, die jetzt Verantwortung für unser Land übernehmen werden - ob sie unseren Osterglauben teilen oder nicht - die Haltungen, an die uns Ostern erinnert: Gelassenheit - Bescheidenheit und Demut und die nötige Geduld und einen langen Atem."
Ipolt beobachtet eine zunehmend unruhigere Gesellschaft und schlussfolgerte: "Ich behaupte: Europa mit seinen alten christlichen Wurzeln, wie auch unser Land, in dem der Glaube derzeit einer großen Erosion ausgesetzt ist, brauchen dieses Fest - sie brauchen uns Christen, die Ostern mit Überzeugung feiern." Denn das Osterfest, in dem Christen die Auferstehung Jesu von den Toten feiern, zeige eine Perspektive auf, die über die Endlichkeit des Lebens hinausweise: "Ostern lädt uns ein zur Geduld - denn wer Ostern kennt und feiert, kann nicht ungeduldig verzweifeln - auch nicht in manchem Leid oder in Enttäuschungen, die es immer geben wird."