Bischof Dieser wendet sich gegen Abschottungspolitik

Der Aachener Bischof Helmut Dieser kritisiert Abschottungstendenzen und Pessimismus in Deutschland. Die Menschen sollten nicht einseitig und totalitär werden - „ganz nach dem Motto 'mir und meinen Leuten, meiner Partei, meinem Land zuerst und allein und alles'“, schreibt Dieser in einem am Samstag veröffentlichten Fastenbrief an die rund eine Million Katholikinnen und Katholiken der Diözese. Stattdessen ruft er dazu auf, „Pilger der Hoffnung“ zu werden. „Das heißt begreifen, dass unser Leben immer ein Geschenk ist und Gnade und Erbarmen braucht“, betont der Bischof.

Hoffnung sei nichts, was über den Dingen schwebe, sondern sie dringe in die Verhältnisse und Anliegen der Menschen ein, erläuterte Dieser. Gestärkt werde dies durch Zusammenhalt und den Glauben. „Begreifen wir den Glauben an Gott nicht als Vertröstung oder gar als Luxus, sondern als tiefste menschliche Ressource und Lebensquelle“, so der Bischof.

Zugleich warnte er davor, den Glauben zu „verzwecken“. Darin liege der Ursprung von Missbrauch aller Art, erklärte Dieser. So laute der Vorwurf gegenüber der Kirche, dass sie in ihrer Geschichte nicht selten Gott dafür in Anspruch genommen habe, eigenes Macht- oder Überwältigungsstreben zu kaschieren und durchzusetzen.

„Werden wir zu Pilgern der Hoffnung, das heißt: Wir stellen Gott nicht auf die Probe und üben keinen geistlichen Druck aus“, schreibt der Aachener weiter. „Wir verfallen nicht in Weltuntergangsstimmungen und wenden auch keine Überwältigungsmechanismen an, sondern trauen seiner Macht und Größe.“

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