"Schockierend und unverfroren": Bischof Bätzing wirft AfD-Chefin Weidel spalterische Positionen vor. Und warnt erneut vor den Gefahren des völkischen Nationalismus.
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz hat das Auftreten von AfD-Chefin Alice Weidel im Bundestagswahlkampf scharf kritisiert. "Wie unverfroren die Parteivorsitzende der AfD alle Positionen, die die AfD wirklich vertritt - spalterische Positionen, antieuropäische Positionen, Pro-Putin-Positionen -, das hat mich geradezu schockiert, wie das in allen Medien tatsächlich präsentiert wurde", sagte Bischof Georg Bätzing am Montag im Eifel-Ort Kall.
Für ihn sei das Abschneiden der Afd bei der Bundestagswahl besorgniserregend, sagte er zum Auftakt der Frühjahrsvollversammlung der Bischofskonferenz im Kloster Steinfeld. Eine Politik, die Unterschiede zwischen den Menschen mache und einen völkischen Nationalismus vertrete, könne die Kirche nicht unterstützen.
Laut Bätzing sind die Zeiten vorbei, in denen man sagen konnte, dass die Unzufriedenen AfD wählen. Wer sich für die Partei entscheide, wisse, wen er unterstütze.
Der Vorsitzende verteidigte die vor einem Jahr beschlossene Erklärung der Deutschen Bischofskonferenz, die sich kritisch mit der Partei auseinandersetzt. Sie trägt den Titel "Völkischer Nationalismus und Christentum sind unvereinbar". Die aktuelle Entwicklung zeige, wie wichtig diese Stellungnahme sei, so Bätzing. Die in Teilen rechtsextreme AfD hatte bei der Bundestagswahl auch in katholisch geprägten Regionen deutlich zugelegt. Insgesamt verdoppelte sie ihr Ergebnis auf 20,8 Prozent.