Berliner „Kaffeewette“ untersagt: Bezirke wollen weitermachen

Der Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln, Martin Hikel (SPD) hat die Untersagung der bisherigen Berliner „Kaffeewette“ für die Kältehilfe durch den Regierenden Bürgermeister kritisiert. Kai Wegner (CDU) schlage „seinen Bürgerinnen und Bürgern und den engagierten Unternehmerinnen und Unternehmern seiner Stadt mitten ins Gesicht“, erklärte Hikel am Donnerstag. Aufgrund von Bedenken wegen möglicher Vorteilnahme hatte Wegner die Durchführung der „Kaffeewette“ durch die Bezirke in ihrer bisherigen Form untersagt.

Das Bezirksamt Neukölln werde trotz des Verbots weiterhin im geplanten Aktionszeitraum vom 19. Januar bis zum 5. Februar Kaffee sammeln, hieß es. Die Unternehmen hätten sich jedoch zurückgezogen, um der Aktion nicht zu schaden, bestätigte eine Sprecherin des Bezirksamts dem Evangelischen Pressedienst (epd). Sie würden nun weder spenden noch werben. Wenn ein Bezirk 500 gespendete Kaffeepäckchen erreicht hatte, hatten die beteiligten Unternehmer bislang im Rahmen der seit 2019 laufenden „Kaffeewette“ jeweils 2.500 Euro für lokale Kältehilfe-Einrichtungen gespendet.

Auch der Bezirk Reinickendorf hält an der Aktion ohne Unternehmensbeteiligung fest. „Wir stehen an der Seite der Obdachlosen“, erklärte Bezirksbürgermeisterin Emine Demirbüken-Wegner (CDU) am Donnerstag. Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg handhabt es nach eigenen Angaben ebenso. Dieser hatte zuvor noch erklärt, aufgrund der Bedenken nicht an der Aktion teilzunehmen. Nach einer Prüfung hatte sich der Regierende Bürgermeister dann diesen Bedenken angeschlossen.

👋 Unser Social Media