Artikel teilen:

Bayerns Bahnhofsmissionen: Immer mehr Gäste mit Gesundheitsproblemen

Sucht, psychische Probleme, körperliche Erkrankungen: Laut den Bayerischen Bahnhofsmissionen melden sich immer öfter Hilfesuchende mit gesundheitlichen Problemen. Die Einrichtungen wollen mehr Geld für ihre Arbeit.

Immer mehr Menschen, die in Bayerns Bahnhofsmissionen Hilfe suchen, haben gesundheitliche Probleme. Das teilte die Arbeitsgemeinschaft der kirchlichen Bahnhofsmissionen in Bayern am Donnerstag mit. Darunter fielen etwa Suchterkrankungen, körperliche Leiden und psychische Erkrankungen, wie erste Auswertungen für 2025 zeigten. Aber auch immer mehr Menschen mit Behinderungen suchten die Anlaufstellen auf. Insgesamt seien die Zahlen bayernweit zwischen 2019 und 2024 um mehr als 60 Prozent gestiegen, selbst an kleineren Standorten.

Altersarmut und Einsamkeit hätten mehr und mehr Einfluss auf die Gesundheit, heißt es. Der Anteil der Hilfesuchenden über 65 Jahre sei im Vergleich zu 2024 um ein Viertel gestiegen. Zugleich werde es schwieriger, die Betroffenen in weiterführende Hilfesysteme zu vermitteln. Denn viele hätten keinen regulären Zugang zum Gesundheitswesen mehr und seien aus sozialen Sicherungssystemen gefallen – manche sogar aus der Krankenversicherung.

Bei einem Besuch in der Würzburger Bahnhofsmission am Mittwoch sagte Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) laut der Mitteilung, Ziel sei, die Bahnhofsmissionen noch stärker mit psychosozialen Angeboten zu vernetzen. Menschen, die psychische Hilfe brauchten, sollten so möglichst schnell passende Unterstützung bekommen.

Hedwig Gappa-Langer, Referentin für Bahnhofsmission bei In Via Bayern – einem katholischen Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit – warnte vor finanziellen Engpässen. Ohne zusätzliches Geld seien die Bahnhofsmissionen in ihrer Existenz bedroht. Es gebe die Sorge, die wachsenden Anforderungen dauerhaft nicht mehr bewältigen zu können.