Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck nimmt nach eigenen Angaben die Sorgen der Landwirtschaft ernst, warnt aber auch vor einer Vereinnahmung der aktuellen Proteste durch radikale und rechtsextreme Gruppen. „Wir begrüßen es, wenn sich die protestierenden Bäuerinnen und Bauern entschieden von solchen Strömungen distanzieren und dies auch kreativ deutlich machen“, sagte Prälat Burkhard zur Nieden, der theologische Stellvertreter der Bischöfin, am Mittwoch in Kassel.
Die Kirche erwarte Augenmaß von den Demonstrierenden, aber auch von der Politik. Es dürfe nicht vergessen werden, dass die landwirtschaftlichen Betriebe schon vor den jüngsten Entscheidungen der Bundesregierung zur Kürzung von Subventionen mit zusätzlichen Belastungen konfrontiert gewesen seien. Gerade bei kleineren Familienbetrieben in abgelegenen Regionen gebe es offenbar das Gefühl, zu den Verlierern von Veränderungen zu gehören. „Wir hoffen, dass all die Aktionen dazu beitragen, den Austausch über Landwirtschaft, Klimaschutz, wertvolle Lebensmittel und gesunde Ernährung voranzubringen“, sagte der Prälat.
Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck sei in besonderer Weise ländlich geprägt, hieß es in der Mitteilung weiter. Die ländlichen Regionen stünden durch den demografischen Wandel, die Fragen der Landbewirtschaftung und der Energiegewinnung vor großen Herausforderungen.