Der Großteil der ausgewilderten bayerischen Bartgeier hält sich zurzeit wieder im Nationalpark auf. Fünf der sieben Geier bewegten sich seit Anfang März rund um den Königssee, teilte der Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) in Hilpoltstein am Donnerstag mit. „Sie fliegen gemeinsam in wechselnden Konstellationen durch die Bergwelt“, zeigte sich LBV-Experte Toni Wegscheider erfreut. Alle Geier entstammen dem Auswilderungsprojekt von LBV und Nationalpark Berchtesgaden und sind in den Jahren 2021 bis 2024 geschlüpft.
In den ersten Lebensjahren haben junge Bartgeier laut LBV einen ausgeprägten Wandertrieb und fliegen weite Strecken durch den ganzen Alpenraum, um nach Artgenossen und Nahrung zu suchen. Die meisten der jetzt zeitweilig heimgekehrten Vögel hätten bereits Regionen wie die Schweiz, Südtirol oder Slowenien besucht, sagte Nationalparkleiter Roland Baier laut Mitteilung. Später kehrten etwa zwei Drittel langfristig in ihre gefühlte Heimatregion zurück.
Zwischen den Geiern Bavaria, Recka, Nepomuk, Wiggerl und Vinzenz sind laut Wegscheider teilweise bereits erste Annäherungsversuche zu erkennen. Das Projektteam hofft, dass sich in naher Zukunft Paare aus ausgewilderten Vögeln und Wildvögeln im Nationalpark bilden. So könnte in einigen Jahren das erste Küken seit Jahrhunderten in der Region das Licht der Welt erblicken. (1060/27.03.2025)