Die Krankenhäuser müssen sich verstärkt auf Patientinnen und Patienten mit Demenz einstellen. Es brauche daher demenzsensible Krankenhausstrukturen, die baulich, organisatorisch und multiprofessionell den Besonderheiten des Krankheitsbildes entsprechen, sagte der Landesgeschäftsführer der Krankenkasse Barmer, Alfred Kindshofer, laut Mitteilung vom Mittwoch. Dazu brauche es bundesweit gültige Definitionen, wie diese Strukturen aussehen sollten.
Ein Krankenhausaufenthalt von Demenzkranken ist sowohl für die Patienten als auch für das Pflegepersonal eine Herausforderung: „Für Betroffene ist ein Klinikaufenthalt besonders belastend, nicht nur wegen des ungewohnten Umfeldes, sondern auch wegen des ständigen Wechsels der pflegerischen und ärztlichen Versorgung“, sagte Kindshofer.
Auch die Gesundheit der Demenzerkrankten leidet: So werde ein sogenannter Delir für eine „normale Verhaltensauffälligkeit“ bei Demenz gehalten. Dabei sei dieser Zustand starker Verwirrtheit eine eigenständige, potenziell lebensgefährliche Komplikation. Laut Barmer-Krankenhausreport für das Jahr 2023 wurde bei drei Prozent aller Krankenhausfälle ab 65 Jahre ein Delir festgestellt, bei Demenzpatienten hingegen bei elf Prozent.
Elf Prozent der Patienten mit Demenz seien zudem während oder kurz nach der stationären Behandlung gestorben. Ziel müsse daher auch sein, Krankenhausaufenthalte von Demenzkranken zu vermeiden, vor allem durch Sturzprävention und die entsprechende Anpassung des häuslichen Umfeldes, sagte Kindshofer. Denn Demenzkranke müssten überdurchschnittlich oft wegen eines Notfalls, zum Beispiel nach einem Sturz, ins Krankenhaus.
Im Jahr 2023 wurden laut Barmer-Krankenhausreport 161.700 Menschen mit Demenz in bayerischen Krankenhäusern behandelt, sie machten damit 7,4 Prozent aller Krankenhausfälle aus. Bis zum Jahr 2040 soll die Zahl auf mehr als 176.500 steigen, eine Zunahme um 9,2 Prozent. (0112/14.01.2026)