Ältere Menschen in Schleswig-Holstein leiden hauptsächlich unter Bluthochdruck, erhöhtem Cholesterin, Augenleiden und Rückenschmerzen. Diese Ergebnisse gingen auf eine Analyse von ambulanten und stationären Abrechnungsdaten aus dem Jahr 2023 zurück, teilte die Barmer-Krankenkasse am Freitag mit. In der Altersgruppe der 60- bis 69-Jährigen seien demnach 263 von 1.000 Barmer-Versicherten von Bluthochdruck betroffen, 159 von erhöhtem Cholesterin und 144 von Augenleiden. Die Häufigkeit dieser Krankheiten steige mit dem Alter. So leiden unter den 70- bis 79-Jährigen 693 von 1.000 Barmer-Versicherten an Bluthochdruck, bei den 80- bis 89-Jährigen seien 804 von 1.000 betroffen.
Im Bundesvergleich zeige Schleswig-Holstein laut Barmer relativ niedrige Raten. So habe Schleswig-Holstein bundesweit die niedrigste Rate bei Rückenschmerzen in der Altersgruppe der 60- bis 69-Jährigen. „Schleswig-Holstein ist vergleichsweise gesund. Einige häufige Altersleiden treten hier im bundesweiten Vergleich deutlich seltener auf, was angesichts des höheren Durchschnittsalters besonders bemerkenswert ist“, sagte Bernd Hildebrandt, Barmer-Landesgeschäftsführer in Schleswig-Holstein.
Die Ergebnisse der Analyse zeigten außerdem, dass etwa 72 von 1.000 Barmer-Versicherten in der Altersgruppe der 60- bis 69-Jährigen in Schleswig-Holstein an depressiven Episoden leiden. „Es fällt auf, dass viele Menschen im siebten Lebensjahrzehnt unter psychischen Problemen leiden. Herzerkrankungen und Diabetes treten häufig in Verbindung mit psychischen Begleiterkrankungen auf. Dieses Phänomen sollte weiter untersucht werden“, erklärte Hildebrandt.
In den Altersgruppen ab 70 treten zudem Erkrankungen auf, die bei Jüngeren deutlich seltener seien, wie die Augenerkrankung Grauer Star. „Der Graue Star kann im Alter gut operativ behandelt werden. Es gibt jedoch auch häufige Diagnosen, die potenziell vermeidbar sind oder durch einen gesunden Lebensstil abgemildert werden können. Hier können Betroffene aktiv werden“, erklärte Hildebrandt. Die Barmer-Krankenkasse versichert bundesweit rund 8,5 Millionen Menschen.