Für Frauen mit Endometriose, Wucherungen im Bauchraum, ist die Diagnose oft mühsam. Laut der Barmer-Versicherung werden Betroffene mittlerweile früher und häufiger diagnostiziert und behandelt.
Die Zahl der Frauen mit Endometriose-Diagnose hat sich in den vergangenen 20 Jahren in Deutschland verdoppelt: Mit Stand 2024 hatten rund 510.000 Frauen die chronische, meist schmerzhafte Erkrankung, bei der Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, außerhalb der Gebärmutter wächst. Das geht aus dem am Mittwoch veröffentlichten Barmer-Arztreport hervor. Demnach sank das Durchschnittsalter der erstmals mit Endometriose diagnostizierten Frauen zwischen 2015 und 2024 um 3,8 Jahre auf 37,4 Jahre.
Endometriose sei viel stärker im gesellschaftlichen Bewusstsein angekommen und bei frühen Diagnosen entfielen Jahre der Unsicherheit, sagte der Vorstandsvorsitzende der Barmer, Christoph Straub. Die Diagnoserate schwanke jedoch stark regional. Es sei, so der Barmer-Report, weitere Aufklärungsarbeit nötig.
"Wichtig ist, dass die betroffenen Frauen rasch eine passgenaue und langfristige Therapie erhalten, die sich stets auch an den individuellen Umständen orientiert", so Straub weiter. Die Therapie müsse dabei nicht nur die Symptome im Blick behalten, sondern auch mögliche Organschäden, beispielsweise am Darm. Darüber hinaus müsse der Kinderwunsch der Frauen berücksichtigt werden. Ziel sei eine Verbesserung der Lebensqualität.