Barbara Hartje ist für ihr langjähriges Engagement in der Hamburger Erinnerungskultur vom Hamburger Senat mit der Medaille für treue Arbeit im Dienste des Volkes in Silber ausgezeichnet worden. Kultursenator Carsten Brosda (SPD) überreichte ihr die Auszeichnung am Montag im Geschichtsort Stadthaus, wie sein Ministerium mitteilte. Seit mehr als 25 Jahren setze sich Hartje für die würdige Erinnerung an die Opfer nationalsozialistischer Verfolgung und für die Weiterentwicklung der Gedenkstätten- und Bildungsarbeit in Hamburg ein. Gerade in Zeiten des erstarkenden Rechtspopulismus sei ihr Engagement „so unverzichtbar für unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Demokratie“, sagte Brosda.
Hartje engagiere sich unter anderem für die Schaffung und Begleitung neuer Gedenkorte, die Förderung historisch-politischer Bildungsprojekte und die enge Zusammenarbeit mit zahlreichen Initiativen und Vereinen der Hamburger Erinnerungskultur. Seit 2011 ist sie Vorsitzende des Freundeskreises KZ-Gedenkstätte Neuengamme. Brosda: „Sie setzt sich unermüdlich dafür ein, dass Orte der Verfolgung sichtbar bleiben, dass die Geschichten der Opfer gehört werden und dass jüngere Generationen einen reflektierten Zugang zur Geschichte des Nationalsozialismus entwickeln können.“
Unter anderen war Hartje maßgeblich an der Errichtung des Gedenkorts für das ehemalige Frauenaußenlager des KZ Neuengamme und am Gedenkort für das ehemalige Kinderkrankenhaus Rothenburgsort beteiligt, sie engagierte sich in der Initiative Stadthaus und begleitete das Denkmal zur Erinnerung an die Kinder von Zwangsarbeiterinnen auf dem Ohlsdorfer Friedhof.
Die Medaille für treue Arbeit im Dienste des Volkes in Silber wird vom Senat der Hansestadt Hamburg verliehen. Ausgezeichnet werden Persönlichkeiten, die sich durch langjährige, herausragende Leistungen in besonderer Weise um das Gemeinwesen verdient gemacht haben.