Die Bahnhofsmission soll möglichst jedem offenstehen. "Das soll auch so bleiben", sagt deren Geschäftsführerin. Da aber auch dort Konflikte zunehmen, sollen möglichst mehr Helfer vor Ort sein.
Nach dem Tod eines Fahrkartenkontrolleurs erwägt auch die Bahnhofsmission Konsequenzen. "Wir sind eine niedrigschwellige Anlaufstelle am Bahnhof", sagte die Geschäftsführerin der Bahnhofsmission, Gisela Sauter-Ackermann, der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Donnerstag in Berlin; "das heißt, es kann jeder reinkommen, der möchte".
Das solle auch so bleiben, so Sauter-Ackermann. Aber es müsse überlegt werden, ob mehr Mitarbeitende in den einzelnen Bahnhofsmissionen eingesetzt würden. Da dies zum Großteil Ehrenamtler seien, brauche man aber auch mehr Personen, die das leisten könnten.
Sie könne nicht sagen, ob es zuletzt zu mehr Gewalt in den oft eher kleinen Räumen der Bahnhofsmission kommt, so Sauter-Ackermann. Dazu gebe es keine Studie. Gestiegen sei aber die Zahl derer, die mit psychischen Krankheiten zu ihnen kommen oder die - besonders in den Metropolen - obdachlos sind oder mit anderen sozialen Schwierigkeiten zu kämpfen haben.
Die Mitarbeitenden würden entsprechend geschult und Sicherheits- und Schutzkonzepte regelmäßig überarbeitet. Zudem arbeite man bei Konflikten gut mit Bundespolizei und Sicherheitspersonal der Bahn zusammen. "Uns ist wichtig, dass die Bahnhofsmission Schutzraum für besonders vulnerable Menschen bleibt", so Sauter-Ackermann.
Die katholische und evangelische Bahnhofsmission arbeiten seit 2012 gemeinsam unter dem Dach einer ökumenischen Bundesgeschäftsstelle. 2018 wurde der Bahnhofsmission Deutschland e.V. als ökumenischer Bundesverband der Bahnhofsmission gegründet. Sauter-Ackermann vertritt die katholische Bahnhofsmission, Christian Bakemeier die evangelische. Betrieben wird die Bahnhofsmissionen hauptsächlich von Caritas und Diakonie. Deutschlandweit gibt es rund 100 Anlaufstellen.