Eine Berliner Ausstellung zeigt von Samstag an Arbeiten der russischen Künstlerin, Politaktivistin und „Pussy Riot“-Gründerin Nadeschda Tolokonnikowa. Im Zentrum von „Wanted“ stehe eine Rekonstruktion von Tolokonnikovas eigener Gefängniszelle, ein beklemmender, klaustrophobischer Raum, der zwei Jahre lang den Schauplatz ihrer „dauerhaften Performance“ der Inhaftierung bildete, wie die Berliner Galerie Nagel Draxler auf ihrer Internetseite ankündigte. Innerhalb der Gitterstäbe habe sie Briefe, Dokumente, Presseberichte und Fotos platziert, die von den brutalen Haftbedingungen und der psychischen Belastung zeugen, denen sie ausgesetzt war.
Ergänzt werde die Installation von Wandarbeiten, in denen Tolokonnikova Symbole des Widerstands in Kunstobjekte transformiert habe. Zu sehen seien unter anderem sogenannte „Molotov Kits“ konzipiert als „Do-it-yourself-Protestsets“ und silberne Gemälde als selbst erschaffene Ikonen, in denen sie altslawische Kalligrafie, zeitgenössische Slogans, Kreuze oder das stilisierte Gesicht einer Frau mit Sturmhaube vermischt. Eröffnet wird die Schau am Freitagabend. Zu sehen sind die Arbeiten bis zum 6. Juni.
Nadeschda Tolokonnikowa erlangte internationale Aufmerksamkeit als Mitglied des feministischen Performance-Kollektivs „Pussy Riot“. 2012 wurde sie wegen eines „Punk-Gebets“ von „Pussy Riot“ gegen Russlands Präsidenten Putin in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale verhaftet und zu zwei Jahren Straflager verurteilt. Heute lebt sie im Ausland. Seit 2023 steht sie auf der Liste der meistgesuchten Verbrecherinnen Russlands.