Ausstellung in Halle zeigt Wandel von Unterrichtsmethoden

Die Jahresausstellung der Franckeschen Stiftungen in Halle zeigt neuartige Methoden der Wissensvermittlung im 18. Jahrhundert. Unter dem Titel „Total real. Die Entdeckung der Anschaulichkeit“ geht es um Reformansätze in der Pädagogik durch August Hermann Francke (1663-1727) und Christoph Semler (1669-1740), wie die Franckeschen Stiftungen am Donnerstag mitteilten. Die Ausstellung wird am Samstag mit einem Festvortrag des Hirnforschers und Buchautors Gerald Hüther eröffnet. Sie ist bis zum 2. Februar 2025 zu sehen.

Die Theologen Francke und Semler hätten damals erprobte Pfade der Schul- und Erziehungsmethoden ihrer Zeit verlassen, hieß es. Mit Unterrichtsthemen aus Natur und Technik, zukunftsweisenden Praktiken der Wissensvermittlung etwa durch Exkursion, Beobachtung und Experiment sowie handwerklich-gestalterischem Tun hätten sie von Halle aus die Grundlagen für das Realschulwesen in Deutschland gelegt. Dieser Bildungsimpuls sei so wegweisend gewesen, dass der Philosoph und Aufklärer Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716) sich persönlich vor Ort davon überzeugt habe, erklärte Kurator Tom Gärtig.

Zu sehen sind in der Ausstellung Exponate und Leihgaben, etwa aus den europaweit ältesten Sammlungen für Unterricht und Lehre. Die Ausstellung lade die Besucher zum Mitmachen ein, etwa durch Schritt-für Schritt-Videos historischer Serviettenfalttechniken. „Hands-on-Stationen“ mit Materialien zum Anfassen sollen zum Nachdenken und zur Diskussion anregen.

👋 Unser Social Media