Der international erfolgreiche Architekt Karljosef Schattner wäre im August 100 Jahre alt geworden. Daher gibt es nun eine Sonderschau zu Schattner in Eichstätt. Denn dort hat der Baumeister große Spuren hinterlassen.
Unter dem Titel "Schattner 100 - Die Kunst der Fuge" zeigt das Eichstätter Domschatz- und Diözesanmuseum eine neue Sonderausstellung. Anlass ist der 100. Geburtstag des Architekten Karljosef Schattner (1924-2012), der in Eichstätt von 1957 bis 1992 als Diözesan- und Universitätsbaumeister amtierte. Dies teilte das Bistum Eichstätt am Montag mit.
Die Schau läuft demnach vom 30. März bis 31. Oktober. Sie zeige in Kooperation mit der Klaus-Kinold-Stiftung großformatige Schwarz-Weiß-Fotografien von Schattners wichtigsten Bauten aus dem Werk des Architekturfotografen Klaus Kinold. Zudem veranschaulichten Dokumente das Wirken Schattners.
Schattner zählt laut Mitteilung zu den bedeutendsten Architekten des 20. Jahrhunderts. "Seine internationale Anerkennung begründete er durch herausragende Leistungen beim konsequent zeitgenössischen Weiterbauen in der kleinen Universitätsstadt", so die Diözese. In Eichstätt habe Schattner rund zwei Dutzend Projekte ausgeführt, darunter Kirchen, Institutsgebäude und Bibliotheken. "Neben einprägsamen Neubauten entwarf er auch beispielhafte Lösungen, um baufällige Denkmäler für neue Nutzungen zu retten. Durch sein Prinzip der 'Fuge' verband er das historische Erbe mit moderner Formensprache."
Museumsleiterin Claudia Grund sagte, Eichstätt könne zwar schon mit seiner Barock-Architektur punkten. "Aber Schattner ist es gelungen, Eichstätt architektonisch in die Moderne zu führen. Er hat die Stadt international bekannt gemacht."
Schattner hat unter anderem für die (spätere) Katholische Universität in Eichstätt gearbeitet. "Unter seiner Federführung erfolgte ab 1970 die Sanierung und der Umbau der Sommerresidenz, bereits für die Pädagogische Hochschule schuf er von 1960 bis 1965 das Kollegiengebäude", so die Uni. Auch habe Schattner die Staats- und Seminarbibliothek am Hofgarten konzipiert. Ferner gingen etwa der Neubau des Institutsgebäudes der Geografie, das Studentenzentrum der Katholischen Hochschulgemeinde und die Mensa auf ihn zurück.
Schattner wurde für sein Wirken vielfach ausgezeichnet. So war er beispielsweise Ehrensenator der Katholischen Universität Eichstätt (1998), Träger des Päpstlichen Silvesterordens (2004) und Ehrenbürger der Stadt Eichstätt (2008).