Auf dem Gelände der Zeche Zollverein in Essen können Besucher künftig neben der Besichtigung der historischen Industrieanlagen auch einen Einblick in die Arbeit der Kumpel unter Tage erhalten. Die neue Dauerausstellung „Untertagewelt“ ermöglicht seit Montag eine Entdeckungsreise durch 140 Jahre Steinkohlenbergbau auf Zollverein, wie die Stiftung Zollverein mitteilte. Inszenierte Räume, Medienstationen, Filmmaterial sowie originale Objekte und Geräusche veranschaulichten die Arbeit der Bergleute unter Tage auf der ehemals größten Steinkohlezeche der Welt.
Die neue Attraktion auf Zollverein sei eine wichtige Ergänzung zu den bereits bestehenden Führungsangeboten des Denkmalpfades zu erhaltenen Industrieanlagen von Zeche und Kokerei. Denn der Arbeitsort von gut 90 Prozent der Bergleute auf Zollverein habe unter Tage gelegen, wie Heinrich Theodor Grütter, Vorstandsmitglied der Stiftung Zollverein, erklärte.
Die Präsentation beginnt thematisch mit der ersten „Schachtabteufung“ im Jahr 1847 und endet mit der Stilllegung der letzten deutschen Steinkohlenzeche 2018. Räumlich befindet sich die Ausstellung zu ebener Erde im Bergebunker auf Zollverein und umfasst 250 Quadratmeter Ausstellungsfläche. Über den Bergebunker verließ das in der Kohlenwäsche abgesonderte Bergematerial damals die Zeche.
Ein Ausstellungsbereich umfasst die sozialen Entwicklungen wie den Bau der Arbeiterkolonien oder die Einführung der Acht-Stunden-Schicht. Ein weiterer Bereich zeigt historische Meilensteine wie die Eröffnung der Köln-Mindener-Eisenbahn, die März-Revolution und die Ausrufung der Weimarer Republik. Eine Weltkarte zeigt Migrationsströme: aus Bayern, Niedersachsen und Ostpreußen kamen Menschen ebenso nach Zollverein wie aus Portugal, Südkorea und der Türkei.
Ausrüstung zum Schutz der Bergleute wie Sägen, Helme und Grubenlampen zählen ebenso zu den Exponaten wie Filme über eine untertägige Zugfahrt oder den Abbau der Kohle mit riesigen Hobeln. Die „Untertagewelt“ können Besucher ausschließlich im Rahmen der Führung „Grubenlicht und Wetterzug“ erleben.