Persönliche Attacken prägen den US-Wahlkampf zwischen Vizepräsidentin Kamala Harris und Ex-Präsident Donald Trump. Wie unterschiedlich die beiden inhaltlich sind, zeigt sich bei zwei großen sozialen Streitpunkten: Abtreibung und Grenzsicherheit. Letzteres ist das Lieblingsthema von Trump, seit er 2015 nach seiner Fahrt auf der Rolltreppe des Trump-Towers in Manhattan seine Kandidatur bekannt gemacht hatte. Schon damals warnte er vor Migranten, unter denen angeblich viele Vergewaltiger und Verbrecher seien.
Beim Thema Abtreibung hat die demokratische Anwärterin anscheinend berechtigte Hoffnungen, mit ihrem entschiedenen Eintreten für das Recht auf Schwangerschaftsabbruch Wählerinnen und Wähler zu mobilisieren. Sie sei für „reproduktive Freiheit“ und wolle „Trumps extreme Abtreibungsverbote stoppen“, sagte Harris jüngst bei einer Wahlveranstaltung in Massachusetts. Das steht im Widerspruch zum konservativen Amerika mit seinem Bekenntnis zum Lebensschutz.
Wie stehen Harris und Trump zur Migration?
Mit dem Motto „Grenzen dichtmachen“ können vor allem rechts stehende Politiker punkten. Für die Demokraten ist es ein schwieriges Terrain. Biden und Harris waren 2021 mit dem Versprechen einer mitmenschlichen Einwanderungspolitik an die Regierung gekommen. Im Juni dieses Jahres hat Biden jedoch harte Einschränkungen für Asylsuchende an der Grenze bekannt gemacht, nicht hart genug für Trump. Harris sei verantwortlich für zehn Millionen Migranten und eine viertel Million Todesfälle in den USA durch Drogen, die über die Grenze geschmuggelt worden sind, lautet eine neue Trump-Wahlwerbung.Im laufenden Wahlkampf warnt Trump, Migranten kämen aus Gefängnissen und „Irrenanstalten“. Er werde die Grenzmauer weiter bauen und kündigte „die größte Abschiebungsaktion der amerikanischen Geschichte“ an. Das kommt bei seinen Sympathisanten an. Umfragen zufolge sehen die meisten Republikaner die Lage an der Grenze als Krise oder als Problem. Demokraten hingegen betrachten die Ankunft von Menschen aus aller Welt eher als Bereicherung. Im März 2021 beauftragte Biden seine Vizepräsidentin Harris, die Ursachen der Migration von Guatemala, Honduras und El Salvador anzugehen. Harris sei eine „Grenz-Zarin“ („Border czar“) gewesen, behauptete Trump, um sie für die Lage an der Grenze zu Mexiko verantwortlich zu machen. Laut Heimatschutzministerium halten sich ungefähr elf Millionen Migranten ohne Papiere in den 333 Millionen Einwohnern zählenden USA auf.Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an
