In Argentinien hat die Inflation den höchsten Stand seit der Wirtschaftskrise 1989 erreicht. Die monatliche Teuerungsrate lag im Dezember bei 25,5 Prozent, wie die Behörden am Donnerstag (Ortszeit) mitteilten. Die jährliche Inflationsrate lag bei 211,4 Prozent. Das sind die bisher höchsten Zahlen seit der Hyperinflation von 1989.
Der neue Präsident Javier Milei äußerte sich dennoch erfreut. Die Zahlen seien weit niedriger, als er erwartet habe, sagte er laut dem argentinischen Nachrichtensender TN. Der ultraliberale Politiker verfolgt seit seinem Amtsantritt am 10. Dezember eine Schocktherapie, um die seit Jahren andauernde Wirtschaftskrise in den Griff zu bekommen. Dafür hob er per Dekret staatliche Preisgrenzen auf, strich Subventionen und verschiedene Gesetze zum Arbeitsschutz.
Die Deregulierung führt zu enorm steigenden Lebenshaltungskosten. Allein die Medikamentenpreise sind laut der Pharmazeutenvereinigung Ceprofar innerhalb von zwei Monaten um 140 Prozent gestiegen. Ein gängiges Asthmaspray kostet derzeit etwa ein Zehntel des monatlichen Mindestlohns.
Die Opposition rennt gegen die Reformen Sturm. Fast täglich finden Proteste statt. Für den 24. Januar ruft die größte Zentralgewerkschaft CGT zu einem Generalstreik auf, den die Regierung durch Polizeimaßnahmen teilweise unterbinden will.
Milei sagte am Donnerstag laut der Zeitung „Página 12“, „die Inflationsspirale neigt sich ihrem Höhepunkt zu“. Es würden dem Land allerdings schwierige Monate bevorstehen. „Wir haben ein Desaster geerbt, nun müssen wir in den sauren Apfel beißen, um die Lage zu normalisieren.“ Am Mittwoch hatte der Internationale Währungsfonds der Regierung zu den Maßnahmen gratuliert und dem hoch verschuldeten Land eine Kredittranche von 4,7 Milliarden US-Dollar (rund 4,3 Milliarden Euro) freigegeben.