Die argentinische Regierung hat wegen der seit Wochen andauernden Waldbrände im Süden des Landes den Notstand ausgerufen. Durch ein Dekret sollen zusätzliche finanzielle Mittel bereitgestellt werden, um die Löschung voranzutreiben, der betroffenen Bevölkerung zu helfen und einen Wiederaufbau zu ermöglichen. Damit reagiert Präsident Javier Milei auf Kritik, er sei zu lange untätig gewesen.
Argentinien: Nationalpark Los Alerces stark betroffen
Die Brände in der patagonischen Provinz Chubut halten seit Dezember an und sind laut dem EU-Klimadienst Copernicus die schlimmsten seit mindestens zwei Jahrzehnten. Bislang verbrannte nach Berichten der Zeitung „La Nación“ eine Fläche von 2.300 Quadratkilometern, was etwa der Größe des Saarlandes entspricht. Copernicus zufolge ist auch der Nationalpark Los Alerces betroffen. Die Brände halten demnach wegen hoher Temperaturen, Trockenheit und starker Winde so lange an.Umweltorganisationen werfen Argentinien Untätigkeit vor
Präsident Milei verbreitete bereits vor Veröffentlichung des Dekrets auf der Plattform X eine Statistik, wonach die Regierung umgerechnet knapp 60 Millionen Euro zur Bekämpfung der Waldbrände und Stärkung der Feuerwehr bereitgestellt habe.— Javier Milei (@JMilei) January 29, 2026Davor hatte die Regierung militante Gruppen der indigenen Mapuche für die Waldbrände verantwortlich gemacht, ohne dafür Beweise vorzulegen. In einer gemeinsamen Erklärung warfen daraufhin Umweltorganisationen, darunter Greenpeace, der Regierung Rassismus und Untätigkeit bei der Bekämpfung der Waldbrände vor.
