Bettina Siegmund blickt zufrieden auf den Klimaschutz in der Landeskirche Hannovers. „Wir sind insgesamt auf einem wirklich guten Weg“, bilanziert die Landessynodale und langjährige Vorsitzende des Umwelt- und Bauausschusses der Landeskirche Hannovers. „Viele Gemeinden machen mit. Und ich bin optimistisch, dass wir die 80 Prozent schaffen.“
Mit anderen Synodalen zusammen hat die promovierte Agrar-Ingenieurin aus Leer dafür gekämpft, dass die 27. Landessynode Ende 2023 ein ehrgeiziges Klimaschutzgesetz beschlossen hat, das den Kirchenkreisen und Gemeinden zwar viel Freiheit lasse, aber im Ziel doch eindeutig sei: Bis 2035 sollen die Treibhausgase um 80 Prozent reduziert und schließlich bis 2045 eine Netto-Treibhausgasneutralität der Landeskirche erreicht werden.
Im Detail sieht Bettina Siegmund allerdings noch Nachholbedarf. Seit Ende 2024 hätten einige Kirchenkreise noch immer kein Klimaschutzkonzept erstellt, das den genauen Weg zur Einsparung des Kohlendioxids beschreiben soll, kritisiert die 62-jährige Kirchenfrau. Es gehe dabei um Energie- und Mobilitätsmanagement sowie um die nachhaltige Bewirtschaftung von Kirchenland und regional erzeugten Strom. „Wir sind zu perfektionistisch und reden gerne über Probleme. Aber wir müssen einfach Mut haben und ins Tun kommen“, fordert Siegmund. Außerdem fehle es in manchen Kirchenkreisen an guter Vernetzung und Wissenstransfer zum Klimaschutz.

