Ahmadis in Pakistan zu Verzicht auf Opferfest gezwungen

Im überwiegend sunnitisch geprägten Pakistan gelten Ahmadis laut Verfassung als Nichtmuslime. Die Ahmadis sind rechtlich und sozial diskriminiert und werden immer wieder Opfer islamistischer Gewalt.

In Pakistan wird die muslimische Minderheit der Ahmadis gezwungen, auf die Feier ihres derzeitigen Opferfestes zu verzichten. Behörden, islamische Hardliner und Sicherheitskräfte zwängen im ganzen Land Ahmadis zur Abgabe eidesstattlicher Erklärungen über den Verzicht auf entsprechende Gebete und Rituale, berichtete das pakistanische Nachrichtenportal Dawn (Freitag). Das Opferfest gehört zu den wichtigsten muslimischen Feiertagen.

Amnesty International (AI) forderte die pakistanische Regierung auf, die "systematische Unterdrückung der Ahmadiyya-Gemeinde unverzüglich zu beenden" und Glaubens- und Religionsfreiheit zu wahren. "Gewalt gegen die Ahmadis ist zur Routine geworden und erreicht bei religiösen Anlässen wie dem Opferfest oft ihren Höhepunkt", erklärte AI-Pakistan-Expertin Isabelle Lassée am Donnerstag. Sie fügte hinzu: "Die lokalen Behörden und Strafverfolgungsbehörden in ganz Pakistan versagen nicht nur darin, Ahmadis zu schützen; sie schränken selbst aktiv deren Recht auf Glaubens- und Religionsfreiheit ein."

Immer wieder werden Ahmadis in Pakistan von Extremisten getötet oder ihre Moscheen und Friedhöfe verwüstet. Zuletzt wurde im Mai der prominente Arzt Sheikh Mahmood im Fatima-Hospital in Sargodha von einem Extremisten erschossen.

Ahmadiyya ist eine reformistische Bewegung innerhalb des Islams, die 1889 von Mirza Ghulam Ahmad in Indien gegründet wurde. Die Ahmadis betrachten ihn als den verheißenen Messias und Mahdi - einen von Gott eingesetzten Führer, aber nicht als einen Propheten, der Mohammed ebenbürtig wäre.

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